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Welt-Ärztebund der Aramäer und Assyrer gegründet

Ziele sind unter anderem die Etablierung eines weltweiten Ärztenetzwerks und die Hilfe in Krisengebieten

Bei der Geburtsstunde der World Medical Association of Suryoye (WMAS), also der Ärztegesellschaft der aramäisch-assyrischen Christen, im Rahmen der Ausrichtung des ersten weltweiten Medizinkongresses für Suryoye vom 17.-19.11.17 im großen Hörsaal der Medizinischen Klinik in der Ziemssenstraße, war der geistliche Beistand überwältigend. Neben Seiner Heiligkeit Moran Mor Ignatius Aphrem II, "Syrisch-orthodoxer Patriarch von Antiochien und des ganzen Ostens", dem Oberhaupt der syrisch-orthodoxen Kirche, waren noch vier Bischöfe der syrisch-orthodoxen Kirche nach München gekommen. Die Gemeinschaft der Aramäer und Assyrer, die einst aus einem Gebiet in Mesopotamien stammten, ist heute – nach Verfolgung und Diskriminierung – weltweit verstreut. Die Bischöfe kamen aus Indien, Deutschland und der Türkei. 90 aramäisch-assyrische Mediziner aus den USA, Indien und Europa versammelten sich am Wochenende in München, um die Ärztegesellschaft offiziell und mit dem Segen ihres Patriarchen zu gründen. Zu diesem Anlass waren auch beide suryoyo-aramäische-assyrische Fernsehsender, Suroyo TV und Assyria TV, beide mit Sitz in Schweden gekommen. Sie strahlten die Veranstaltung live in über 80 Ländern aus.

"Ich möchte meinem Volk damit auch ein Zeichen der Hoffnung geben", sagte der Initiator, Prof. Dr. Dr. Fuat Oduncu von der Medizinischen Klinik IV.

Ziele sind unter anderem:

  • Gründung eines weltweiten Netzwerks von Medizinern unter Aramäern und Assyrern zur Förderung des wiss. und kulturellen Austausches
  • Ausrichtung von jährlichen wissenschaftlichen Medizinkongressen
  • Etablierung der aramäischen Sprache als Wissenschaftssprache, hier im Bereich der Medizin
  • Erstellung und Herausgabe eines aramäischen Medizinwörterbuchs
  • Aufbau eines medizinischen Informations- und Beratungsdienstes für Aramäer und Assyrer zur Förderung der Gesundheit der Volksgruppe
  • Aufbau einer Struktur "Aramäische-assyrische Ärzte ohne Grenzen" zur medizinischen Notversorgung der Volksleute in den aktuellen Krisengebieten Irak und Syrien
  • Förderung der aramäisch-assyrischen Identität in der Diaspora

An der Auftaktveranstaltung nahmen auch der Ärztliche Direktor des Klinikums der Universität München, Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, sowie der Direktor der Medizinischen Klinik IV, Prof. Dr. Martin Reincke teil. Beide wünschten Prof. Oduncu und der WMAS sowie den etwa 200 Gästen aus aller Welt viel Erfolg in den nächsten Jahren. Seine Heiligkeit Patriarch Mor Ignatius Aphrem II äußerte zudem die Hoffnung, dass die LMU-Medizin eine gerade in Gründung befindliche private Universität in Damaskus unterstützen werde. Seit drei Jahren hat Prof. Oduncu die Gründung des Ärzteverbundes WMAS vorbereitet, er wurde dabei von der in Deutschland ansässigen Bildungsinitiative Kano Suryoyo als Kooperationspartner unterstützt.


Internet-Icon Artikel Süddeutsche Zeitung