News | 15.10.2026

Was hilft bei Krebs?

Beim Krebs-Informationstag am 24. Oktober in München geben Expertinnen und Experten Antworten und Orientierung
Bei einer Krebserkrankung haben Betroffene und Angehörige viele Fragen: Welche Behandlung ist für mich die richtige? Wo finde ich verlässliche Informationen und Unterstützung? Wie gehe ich mit der Angst vor einem Rückfall um? Und was kann ich selbst tun, wenn Erschöpfung auch nach der Therapie bleibt? Antworten, Orientierung und die Möglichkeit zum persönlichen Austausch bietet der Krebs-Informationstag München am Samstag, 24. Oktober 2026 von 9 bis 17.30 Uhr am LMU Klinikum München, Campus Großhadern. Betroffene, Angehörige und Interessierte können sich in Vorträgen und Workshops über aktuelle Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs informieren. 

Das Programm umfasst unter anderem Brust-, Prostata-, Darm-, Lungen-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- und Hautkrebs sowie hämatologische und seltenere Krebserkrankungen. Darüber hinaus haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, mit Expertinnen und Experten verschiedener Disziplinen ins Gespräch zu kommen.

Veranstaltet wird der Krebs-Informationstag von lebensmut e.V., der Bayerischen Krebsgesellschaft e.V. (BKG), dem Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) und dem Comprehensive Cancer Center München (CCCM), dem gemeinsamen Krebszentrum des LMU Klinikums und des TUM Klinikums.

Wie Kreativität durch eine schwere Zeit helfen kann

Den Eröffnungsvortrag hält der Münchner Grafikdesigner und Lettering-Künstler Ran Keren. Unter dem Titel „Lettering als Therapie – Wie Kreativität mir durch meine Strahlentherapie geholfen hat“ berichtet er von seinen persönlichen Erfahrungen während seiner Krebsbehandlung und davon, welche Rolle Kreativität für ihn in dieser Zeit gespielt hat. Dabei bleibt es nicht beim Zuhören: Das Publikum ist eingeladen, selbst aktiv zu werden und „Lettering“, die kreative Gestaltung von Schrift, auszuprobieren.

Auch nach der Therapie sind längst nicht alle Fragen beantwortet

Mit dem Ende der intensiven Krebsbehandlung beginnt für viele Betroffene eine neue Phase. Behandlungstermine werden weniger, doch Erschöpfung, körperliche und seelische Folgen oder die Sorge vor einem Rückfall können bleiben. Deshalb widmet sich der Krebs-Informationstag auch dem Leben mit und nach Krebs. Workshops bieten konkrete Unterstützung bei Krankheitsbewältigung, Nachsorge sowie im Umgang mit Nebenwirkungen und Spät- und Langzeitfolgen. Ein eigenes Angebot richtet sich speziell an die Bedürfnisse von jungen Erwachsenen mit Krebs.

Der Workshop „Zum Tango tanzen braucht es mindestens zwei: Was gemeinsame Entscheidungsfindung in der Medizin wirklich bedeutet und was ich als Patientin/Patient wissen sollte?“, geleitet von Serap Tari, Psychoonkologin, Projektleiterin Bayern goes SDM – Shared Decision Making in der Onkologie (BZKF) am LMU Klinikum München, zeigt, wie Patientinnen und Patienten sich aktiv an Entscheidungen über ihre Behandlung beteiligen und gemeinsam mit ihrem Behandlungsteam einen für sie passenden Weg finden können.

Der Workshop „Das neue Normal – Sicherheit im Alltag, Coping und Umgang mit Nebenwirkungen“ mit den onkologischen Pflegefachfrauen Tanja Engeser, Melina Heiß und Katrin Liebing vom LMU Klinikum München vermittelt praxisnahes Wissen aus dem klinischen Nebenwirkungsmanagement.

Auch die Zeit nach der Erkrankung steht in mehreren Veranstaltungen im Mittelpunkt. Bei „Krebsüberleben – was bedeutet die gute Nachricht?“ sprechen Betroffene über das Leben mit und nach einer Krebserkrankung. Prof. Dr. Andreas Dinkel, Leiter des Funktionsbereichs Psychosoziale Onkologie am TUM Klinikum Rechts der Isar, beschäftigt sich mit der Angst vor einem Rezidiv und vermittelt Strategien für den Umgang damit. „Fatigue verstehen – Bewegung nutzen“ mit Dr. Axel Eustachi, Facharzt für Allgemeinmedizin, Praxis für Komplementärmedizin und Naturheilkunde München und Bernardine Madl, onkologische Sport- und Bewegungstherapeutin, Sportwissenschaftlerin M. Sc., aus der Präventiven Sportmedizin und Sportkardiologie der Technischen Universität München (TUM), verbindet Informationen über anhaltende Erschöpfung mit praktischen Anregungen. Der Workshop „Nachsorge nach Krebs: Was jetzt wichtig ist“ mit PD Dr. Michael Sandherr, niedergelassener Onkologe und Hämatologe in Germering, nimmt konkret die Phase nach Abschluss der Behandlung in den Blick.

Abschlussvortrag: „Künstliche Intelligenz: Verlässlicher Ratgeber bei Krebs?“

Viele Erkrankte und Angehörige suchen im Internet nach Informationen zu Krebs, Behandlungsmöglichkeiten und Nebenwirkungen. Zunehmend nutzen sie dabei auch Künstliche Intelligenz (KI). Doch wie verlässlich sind die Antworten? Wo kann KI tatsächlich unterstützen und wo liegen ihre Grenzen? Diesen Fragen widmet sich der Abschlussvortrag „KI, mein Freund und Helfer?“. Prof. Dr. Florian Matthes vom Lehrstuhl für Software Engineering betrieblicher Informationssysteme an der TUM School of Computation, Information and Technology der TUM zeigt anhand konkreter Beispiele, wie Krebsbetroffene KIvor, während und nach einer Krebserkrankung nutzen können und worauf sie dabei achten sollten.

Information, Beratung und Austausch an einem Ort

Niemand sollte mit seiner Krebserkrankung allein bleiben. Deshalb bietet der Krebs-Informationstag auch viel Raum für persönliche Begegnungen. Krebsberatungsstellen, Selbsthilfegruppen, Patientenorganisationen und weitere unterstützende Einrichtungen stellen ihre Angebote vor. An den Informationsständen können Besucherinnen und Besucher Fragen stellen, Kontakte knüpfen und sich mit anderen betroffenen Menschen austauschen.

14 Vorträge werden aufgezeichnet und stehen ab dem 30. Oktober 2026 für sechs Wochen online zur Verfügung. Für die Workshops ist eine Anmeldung erforderlich, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist. 

Eine Anmeldung wird empfohlen. Bei der Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln weisen die Veranstalter darauf hin, dass zwischen Sendlinger Tor und Implerstraße ein Schienenersatzverkehr eingerichtet ist und deshalb mehr Zeit für die Anreise eingeplant werden sollte.

Weitere Informationen zum Krebsinformationstag