Ziel seines Projektes ist es, eine effiziente und gezielte Beeinflussung myeloider Zellen zu ermöglichen. Dafür hat er hochauflösende Datensätze erhoben, die die Kommunikation myeloider Zellen im Verlauf der Erkrankung an MS erfassen. Nun will er identifizieren, welche dieser Signale sich besonders als Ziel für therapeutische Eingriffe eignen.
Dazu wird er zunächst neuartige In-vivo-CRISPR-Screening-Methoden entwickeln, um die entscheidenden Steuerungsmechanismen myeloider Zellen in MS-Modellen systematisch aufzudecken. Anschließend sollen genetische Manipulationen mittels CRSPR mit Einzelzelltechnologien, räumlicher Transkriptomik und Multiphotonenmikroskopie kombiniert werden, um zu untersuchen, wie diese Signale zelluläre Phänotypen, Funktionen und Interaktionen im entzündeten Zentralnervensystem prägen. Schließlich will er mit seinem Team diejenigen Signalwege identifizieren, die über verschiedene Krankheitsstadien und Läsionsorte hinweg das größte therapeutische Potenzial besitzen.
„Ziel von TACO ist es das Potenzial bestehender und neuer (Multi-)Omics-Datensätze nutzbar zu machen, um gezieltere Therapien für unterschiedliche Krankheitsstadien, Läsionsorte und Zellzustände zu entwickeln“, sagt Kerschensteiner. „Wir hoffen, dass dieses Projekt neue Ansatzpunkte für die Behandlung der MS liefert und es uns erlaubt, eine vielseitig anwendbare technologische Plattform aufzubauen, die sich leicht an andere Erkrankungen anpassen lässt, an denen myeloide Zellen beteiligt sind“.
Desweiteren wurden die LMU-Philosophin Alyssa Ney und der LMU-Chemiker Thomas Carell vom Europäischen Forschungsrat (ERC) jeweils mit einem Advanced Grant ausgezeichnet: zur LMU-Meldung