News | 28.12.2022

Vorsicht bei Böllern, Knallkörpern und Raketen

Jedes Jahr rund um Silvester häufen sich Unfälle beim Zünden von Böllern und Knallkörpern, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Schwere Handverletzungen durch Feuerwerkskörper wie abgetrennte Finger, Verbrennungen und Frakturen sind keine Seltenheit. Auch Augen und Ohren sind gefährdet.
Die alljährlichen Verletzungen durch Silvesterböller betreffen Haut, Hände und Kopf ebenso wie Augen, Ohren und Arme sowie Beine (Quelle: 'United States Consumer Product Safety Commission", Stand 27 Juni, 2022).

Die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) warnt vor dem Gebrauch veralteter oder illegaler Feuerwerkskörper. „Achten Sie auf geprüfte Produkte mit den entsprechenden Kennzeichnungen. Zudem sollten nur Feuerwerkskörper verwendet werden, die nicht in der Hand gezündet werden“, sagt Prof. Dr. Riccardo Giunta von der Abteilung für Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie am LMU Klinikum München.

Auch Verletzungen an Augen oder Ohren und im Gesicht sind immer wieder zu beklagen.

„Verbrennungen am Augenlid sind die häufigste Verletzung durch Feuerwerkskörper“, sagt Dr. Paul Foerster, von der LMU Augenklinik. „Neben dem Verlust von Wimpern ist eine solche Verbrennung schmerzhaft, heilt aber in den meisten Fällen folgenlos ab. Deutlich dramatischere Folgen können Explosionstraumata haben. Von Schädigungen der Regenbogenhaut oder Linse bis zu schwerwiegenden Netzhautkomplikationen und sogar eine Erblindung des Auges ist möglich.“ Ebenfalls gefährdet ist das Gehör. „Bei uns werden insbesondere Patientinnen und Patienten mit Knalltraumen durch Böller oder andere explosive Feuerwerkskörper vorstellig“, sagt Prof. Dr. Martin Canis, LMU Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. „Symptome können Taubheits- oder Völlegefühl im Ohr, ein anhaltendes Pfeifen bis hin zu Schwindelsymptomen sein.“

Ebenso kann es bei Unfällen mit Feuerwerkskörpern zu Verbrennungen oder Verletzungen am Rücken oder an den Beinen kommen.

In Notfällen wählen Sie bitte die 112.

Notaufnahmen am LMU Klinikum: www.lmu-klinikum.de/notaufnahme 


Ansprechpartner

Fr. Dr. Elisabeth Haas-Lützenberger 

Abteilung für Handchirurgie, Plastische Chirurgie und Ästhetische Chirurgie Direktor Prof. Dr. Riccardo Giunta

Dr. Paul Foerster 

Klinik für Augenheilkunde Direktor Prof. Dr. Siegfried Priglinger

Prof. Dr. Martin Canis

Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde