Pressemitteilungen | 09.04.2020 | Medizin, Forschung
ZWISCHENBILANZ

Ein Monat intensivmedizinische Versorgung von Covid-19 Patienten am LMU Klinikum München

Seit 4. März 2020 werden am LMU Klinikum Großhadern Covid-19 Patienten intensivmedizinisch behandelt. Bis heute waren es 36, davon konnten sieben Patienten bereits wieder von der Intensivstation entlassen und auf Normalstationen verlegt werden. Kein Patient ist verstorben. 89 Prozent der Intensivpatient*innen waren männlich (32 Patienten), 11 Prozent weiblich (4 Patientinnen). Das mittlere Alter liegt bei 62 Jahren.
Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, und Prof. Dr. Karl-Walter Jauch, Vorsitzender der Universitätsmedizin Bayern e.V. und Ärztlicher Direktor am LMU Klinikum, stellten bei einer Pressekonferenz die aktuellen Zahlen sowie die Erfahrungen in der Intensivmedizin in den ersten vier Wochen mit schwer erkrankten Covid-19 Patienten vor.

Von den 36 Patient*innen auf Intensivstation wurden 34 invasiv beatmet. Die durchschnittliche Beatmungsdauer liegt mit der Erhebung am 06.04.2020 bei neun Tagen, wobei bisher acht Patienten extubiert werden konnten. Diese acht Patienten, die bereits extubiert wurden, wurden im Mittel sieben Tage beatmet. Fünf Patienten benötigen eine ECMO-Therapie (Extracorporale Membranoxygenierung, s.u.).

Stationen für Covid-Patienten

Im LMU Klinikum München gibt es derzeit am Campus Großhadern vier Intensivstationen für Erwachsene sowie eine für Kinder. Hinzu kommen an beiden Standorten, sowohl am Campus Innenstadt wie auch am Campus Großhadern, Normalstationen für Covid-19 Patienten.

Im LMU Klinikum München stehen insgesamt 240 spezielle Beatmungsgeräte für Intensivstationen zur Verfügung und 17 ECMO-Geräte.

Extracorporale Membranoxygenierung (ECMO)

Schwere virale Infektionen können im Extremfall zu einem Lungen- oder unter Umständen auch Herz/Lungenversagen führen. In der Regel beginnt die Eskalationsstrategie bei diesen schwerkranken Patienten mit der Intubation und maschinellen Beatmung sowie Lagerungstherapie. Versagt diese, so kommen gegebenenfalls extrakorporale Verfahren zum Einsatz.

Dabei werden Kanülen über große Gefäße in der Leiste oder im Bereich des Halses eingebracht. Letztlich wird das Blut dann über einen Membranoxygenator außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert und gleichzeitig CO2 entfernt. Das Prinzip entspricht dabei einer sog. Mini-Herz-Lungen-Maschine. In Abhängigkeit der Konfiguration kann so nur die Lunge oder aber die Herz- und die Lungenfunktion unterstützt oder sogar ersetzt werden.

Im LMU Klinikum erfolgt die ECMO-Implantation und Betreuung dieser Patienten überwiegend durch die Kliniken für Anästhesiologie und Herzchirurgie (bei Herzunterstützungssystemen) mit Unterstützung durch die Kardiotechnik.

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Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Bernhard Zwißler

Direktor der Klinik für Anästhesiologie