Auffrischungstraining in der Sonderisolierstation
Lungenpest, Ebola, Lassa Fieber oder unbekannte neue Erreger, die schwere Krankheiten mit oft hohen Sterblichkeitsraten auslösen. Diese Krankheiten durch hochpathogene Erreger, sogenannte „high consequence infectious diseases“ (HCID), sind immer wieder in der Presse hochaktuell. Zur Behandlung solcher Patienten stehen in Deutschland insgesamt sieben Sonderisolierstationen (SIS) bereit. In der München Klinik Schwabing steht die einzige solche SIS in Bayern, die nach einer umfassenden Modernisierung nun wieder einsatzbereit ist. Die Station erfüllt höchste Sicherheitsstandards und besitzt als Behandlungszentrum spezialisierte Kompetenzen zur Versorgung von Patienten mit potentiell lebensbedrohlichen, ansteckenden Krankheiten mit besonderer Tragweite für das Behandlungspersonal und die öffentliche Gesundheit.
Bei der Behandlung von Patienten mit Infektionserkrankungen mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen (z.B. Ebola Fieber, Lassa Fieber) sind aufgrund der Erfordernisse für den Schutz der Umgebung und des Personals i.d.R. die üblichen Strukturen einer Klinik nicht zu nutzen, weshalb alle zur Versorgung dieser Patienten erforderlichen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen auf einer autarken SIS zu gewährleisten sind.
Die Schwabinger SIS verfügt in einem hochgesicherten Behandlungsraum mit angegliedertem Labor über zwei intensivmedizinische Bettenplätze. Die Vorhaltung einer solchen Spezialstation ist Länderaufgabe – und die kommunale München Klinik Schwabing erfüllt sie seit Jahrzehnten für den Freistaat. Perspektivisch wird der Betrieb der SIS ab 2028 an die beiden Münchner Universitätskliniken der LMU und TUM übergehen. In Vorbereitung auf den Übergang wurde bereits 2025 damit begonnen, neben dem Personal aus der München Klinik, intensivmedizinisch versiertes Personal von TUM und LMU für den Betrieb der SIS zu schulen und zu integrieren. Insgesamt halten die drei Institutionen nun einhundert geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor, die zu jeder Zeit im Bedarfsfall institutionsübergreifend unter fachlicher Leitung der Infektiologie der München Klinik auf der SIS eingesetzt werden können.
Als einzige Abteilung bundesweit hat das Team in München auch 3 Kinderärzte geschult – Prof. Haas und Meike Knerr gehören dazu. Es fehlen noch motivierte Pflegekräfte aus der Kinderheilkunde, die ein solches Training absolvieren wollen. Wer Interesse hat – kann sich jederzeit melden. Prof. Haas hat diese 3 tägige Schulung bereits letztes Jahr absolviert, jetzt erfolgte ein eintägiger Auffrischungskurs.