Trotz dieser Erfolgsgeschichten bleibe der Organmangel in Deutschland eine große Herausforderung. „Wir brauchen dringend strukturelle Reformen und ein Umdenken in Politik und Gesellschaft“, so Lerch.
Auch Betroffene wünschten sich Veränderungen. Thomas Krauß, der seit sieben Jahren mit einem Kunstherz lebt und auf eine Transplantation wartet, sprach sich sowohl für die Widerspruchslösung als auch für eine Erweiterung der Spenderkriterien aus. Als Dank an die vielen Helfer während seiner Zeit an der Klinik übergab er stellvertretend für weitere Patienten eine Holzskulptur in Herzform an die Herzchirurgische Klinik.
Zur nachhaltigen Motivation der Patientinnen und Patienten trug Extrembergsteiger Thomas Huber bei. In seinem eindrucksvollen Vortrag über die Besteigung der höchsten Berge in aller Welt zog er den Vergleich mit der Bewältigung einer schweren Herzerkrankung oder einer Herz-Transplantation. „So unvorstellbar das zu Beginn immer ist, es beginnt alles mit dem ersten Schritt“, so Huber.
Für Unterhaltung und besinnliche Momente sorgten einerseits die Geigerin Beatrix Löw-Beer mit drei temperamentvollen Stücken und andererseits Schauspielerin Monika Baumgartner mit zwei einfühlsamen Lesungen. Der Abend im Alten Rathaus wurde so zu einem starken Zeichen für Lebensmut, Solidarität und eine zukunftsorientierte Vergabe lebensrettender Organe – und zu einem Ort der Begegnung, der zeigt, was es heißt, miteinander und füreinander zu leben.