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    4. Neuer Ansatz in der Migränebehandlung
    Pressemitteilungen | 13.03.2026

    Neuer Ansatz in der Migränebehandlung

    Innovationsfondsprojekt MIGRA-MD nimmt bundesweit 1.000 Patientinnen und Patienten auf
    Migräne gezielter behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen spürbar verbessern – das ist das Ziel des Projekts „MIGRA-MD – Strukturierte fachärztliche Migräneversorgung – multimodal und digital“. Digitale Anwendungen, Schulungs- und Informationsangebote für Ärzte und Patienten sowie klare, leitliniengerechte Therapiepfade sollen Lücken in der Migräneversorgung schließen. Seit dem 1. März 2026 können Betroffene am Programm teilnehmen. In den kommenden 18 Monaten sollen rund 1.000 Patientinnen und Patienten aufgenommen werden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fördert das Innovationsfondsprojekt des LMU Klinikums München, der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) sowie weiterer Projektpartner mit über fünf Millionen Euro.
    Symbolbild Migräne
    peterschreiber.media - stock.ado

    Das LMU Klinikum München und Projektpartner bieten mit MIGRA-MD ein neues Programm für Menschen mit Migräne an. Es hilft, schneller die passende Behandlung zu finden – mit digitalen Anwendungen, verständlichen Informationen und klaren Therapiepfaden.

    Teilnehmende dokumentieren ihre Beschwerden in einer App und erhalten über die Plattform MIGRA-MD Wissen Tipps, Videos und Übungen rund um das Leben mit Migräne. Ein zentraler Baustein sind Termine bei speziell geschulten Fachärztinnen und Fachärzten.

    Das Programm läuft über zwölf Monate und startet im März 2026 an rund 50 Standorten in Deutschland. Wenn es erfolgreich ist, soll es dauerhaft in die Regelversorgung übernommen werden.

    PD Dr. med. Ruth Ruscheweyh
    Quelle: LMU Klinikum
    PD Dr. med. Ruth Ruscheweyh

    Jeder Zehnte in Deutschland leidet an Migräne, sie trifft vor allem Menschen jungen und mittleren Alters. Oft sind die Lebensqualität und berufliche Leistungsfähigkeit stark beeinträchtigt. Gleichzeitig erhalten nicht alle Migränepatientinnen und -patienten eine leitliniengerechte und individuell passende Behandlung. 

    „Digitale Anwendungen können die Kopfschmerzversorgung entscheidend voranbringen“, sagt PD Dr. Ruth Ruscheweyh, Leiterin des Projekt-Konsortiums MIGRA-MD am LMU Klinikum München und DMKG-Präsidiumsmitglied. Das Therapieprogramm für Migränepatientinnen und -patienten läuft über zwölf Monate und kombiniert digitale Angebote mit strukturierter Aufklärung und klaren Therapiepfaden.

    Rund 50 Fachzentren in ganz Deutschland nehmen an dem Projekt teil. Fachärztinnen und -ärzte werden gezielt zur Migränebehandlung geschult. Im Arztportal des DMKG-Kopfschmerzregisters können sie übersichtlich die Daten ihrer Patienten sowie Checklisten für die leitliniengerechte Diagnostik und medikamentöse Therapie sehen. „Mit einer solchen Datengrundlage können Fachärztinnen und -ärzte viel gezielter behandeln“, sagt Ruscheweyh.

    Aktive Rolle für Patientinnen und Patienten

    Die Teilnehmenden dokumentieren ihre Kopfschmerzen digital über die DMKG-App und einen Kopfschmerzfragebogen. Sie nehmen drei Behandlungstermine bei geschulten Fachärztinnen und Fachärzten wahr. Parallel bietet die Online-Plattform MIGRA-MD Wissen kurze Videos und Audios über Migräne, verstärkende Faktoren und Behandlungsmöglichkeiten. Auch Anleitungen zur nichtmedikamentösen Migränevorbeugung stehen dort bereit, zum Beispiel zu Stressreduktion, Entspannungsverfahren und Bewegungstherapie. DMKG-Expertinnen und -experten haben diese Materialien speziell für MIGRA-MD entwickelt.

    Regelmäßige Live-Webinare zu Kopfschmerzthemen mit DMKG-Expertinnen und -experten bieten zusätzliche Informationen und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. PD Dr. Lars Neeb, Präsident der DMKG, ist überzeugt: „Wenn Betroffene gut über ihre Erkrankung und die Behandlungsmöglichkeiten informiert sind, werden sie eher selbst aktiv und die Therapie wird wirksamer. Speziell dafür haben wir MIGRA-MD Wissen entwickelt.“

    Patientenrekrutierung am 1. März gestartet

    Seit dem 1. März 2026 nimmt das Therapieprogramm Patientinnen und Patienten auf. Teilnehmen können gesetzlich krankenversicherte Erwachsene mit Migräne, die regelmäßig zwischen vier und 25 Kopfschmerztage pro Monat haben und nicht mehr als zwei migräneprophylaktische Medikamente ohne Erfolg versucht haben. Die MIGRA-MD-Plattform informiert über das Projekt und prüft anhand von Fragen die Eignung von interessierten Patientinnen und Patienten.

    Das Projekt läuft bis 2029, dann ist eine Evaluation von MIGRA-MD geplant. Zeigt diese, dass das Therapieprogramm die Kopfschmerzhäufigkeit und die Beeinträchtigungen der im Alltag der Teilnehmenden reduziert hat, kann eine Überführung von MIGRA-MD in die Regelversorgung empfohlen werden. Die Selbsthilfeorganisation MigräneLiga e.V. begleitet das Projekt von Anfang an. Die Präsidentin Veronika Bäcker sagt: „MIGRA-MD ist ein großer Schritt vorwärts in der Migräneversorgung. Ich kann die Teilnahme nur empfehlen.“

    Die MIGRA-MD Projektpartner

    Die Konsortialführung von MIGRA-MD liegt beim LMU Klinikum München. Als Konsortialpartner sind beteiligt: 

    • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG, www.dmkg.de)
    • Institut für Community Medicine der Universitätsmedizin Greifswald
    • Institut für Informationssysteme der Hochschule Hof
    • smartlytic GmbH
    • Universitätsmedizin Rostock
    • Berufsverband Deutscher Neurologen e.V.
    • Koordinierungszentrum für klinische Studien der Technischen Universität Dresden
    • als Konsortialkassen die BARMER und die AOK Bayern. 

    Die MigräneLiga e.V. unterstützt das Projekt als Kooperationspartner.

    FAQ – die wichtigsten Fragen und Antworten zum MIGRA-MD-Innovationsprojekt

    MIGRA-MD ist ein Therapieprogramm speziell für Migränepatientinnen und -patienten.

    Es bietet:

    • fachärztliche Behandlung nach neuestem Stand
    • digitale Kopfschmerzdokumentation
    • Informationsplattform mit Wissen und Anleitungen von Expertinnen und Experten
    • Webinare mit Expertinnen und Experten mit anschließender Fragerunde

    Das MIGRA-MD-Projekt soll die Migränebehandlung in Deutschland verbessern. Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzte bei leitliniengerechten Entscheidungen zu unterstützen und Versorgungslücken zu schließen. Bei Migränepatientinnen und -patienten soll die bessere Versorgung die Zahl der Kopfschmerztage senken und die Lebensqualität nachhaltig steigern.

    Das MIGRA-MD-Therapieprogramm läuft über 12 Monate. Die Patientinnen und Patienten werden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: Eine beginnt sofort mit der Behandlung, die andere nach drei Monaten. 

    Die Teilnehmenden dokumentieren ihre Kopfschmerzen digital über die DMKG-App und einen Kopfschmerzfragebogen und nehmen drei Behandlungstermine bei geschulten Fachärztinnen und Fachärzten wahr. 

    Ergänzend bietet die Online-Plattform MIGRA-MD Wissen kurze Videos und Audios zu Migräne, verstärkenden Faktoren und Behandlungsmöglichkeiten sowie Anleitungen zur nichtmedikamentösen Vorbeugung, etwa zu Stressreduktion, Entspannungsverfahren und Bewegungstherapie. 

    Zusätzlich informieren regelmäßige Live-Webinare zu Kopfschmerzthemen und bieten Gelegenheit, Fragen an Experten zu stellen.

    Am MIGRA-MD-Therapieprogramm teilnehmen können gesetzlich krankenversicherte Erwachsene mit Migräne, die regelmäßig zwischen vier und 25 Kopfschmerztage pro Monat haben und nicht mehr als zwei migräneprophylaktische Medikamente ohne Erfolg versucht haben.

    Das MIGRA-MD-Therapieprogramm nimmt seit dem 1. März 2026 Patientinnen und Patienten auf. Die Plattform MIGRA-MD – Strukturierte fachärztliche Migräneversorgung – multimodal und digital informiert Interessierte über das Projekt und prüft anhand von Fragen die Eignung von interessierten Patienten.

    Eine Studienassistenz und ein Studienarzt des LMU Klinikums kontaktieren die Teilnehmenden, die in Frage kommen, und klären sie detailliert über die Studie auf. Wenn alle Einschlusskriterien erfüllt sind, nehmen sie die Teilnehmenden in die Studie auf.

    Autorin

    Dr. Ruth Ruscheweyh ist Fachärztin an der Kopfschmerzambulanz der Neurologischen Klinik des LMU Klinikums und Präsidiumsmitglied der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.. Sie leitet das Projekt-Konsortium des Innovationsfondsprojekts „MIGRA-MD – Strukturierte fachärztliche Migräneversorgung – multimodal und digital“.

    Quellen und weiterführende Links

    • Information und Studienteilnahme MIGRA-MD
    • Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“ (inklusive Patientenleitlinie):
    • Gemeinsamer Bundesausschuss: Projektbeschreibung MIGRA-MED

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    Kontakt

    PD Dr. med.  Ruscheweyh, Ruth

    Klinik und Poliklinik für Neurologie

    +49 89 4400-52455
    pfbz pfWcyziéiјzvimsful#vfiuyziusmi

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