Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – doch wie stark das Gehirn in den Stunden und Tagen danach weiter geschädigt wird, lässt sich bislang nur begrenzt und punktuell mit Bildgebung erfassen. Für viele andere Organe gibt es Bluttests, die akute Verletzungen anzeigen, für das Gehirn fehlte bislang ein vergleichbarer Marker. Forschende am LMU Klinikum München und internationale Partner zeigen nun, dass ein neuer Blutmarker – Brain-derived Tau (BD-tau) – das Ausmaß der Hirnschädigung nach einem ischämischen Schlaganfall über die Zeit abbilden kann. BD-tau kann zudem den funktionellen Zustand der Patientinnen und Patienten Monate bis Jahre später voraussagen. Es macht auch die Unterschiede sichtbar, die durch eine erfolgreiche Gefäßwiedereröffnung sowie einen Wirkstoff in einer klinischen Studie erzielt werden. Der Blutmarker könnte über den Schlaganfall hinaus für andere neurologische Erkrankungen Anwendung finden. Die Arbeit mit den Erstautoren Dr. Naomi Vlegels und Nicoló Luca Knuth wurde im renommierten Fachblatt Science Translational Medicine veröffentlicht.