In diesem Sinne haben die Experten des MUM ein neues, an das deutsche Gesundheitssystem angepasstes Versorgungsmodell entwickelt. Kernpunkt: Sobald Patienten mit einem Knochenbruch eingeliefert und in der Klinik behandelt werden, erfolgt automatisch eine gezielte Diagnostik. Wird dabei eine Osteoporose erkannt, leiten die Ärzte sofort eine medikamentöse Therapie ein, um weitere Knochenbrüche zu verhindern. Das Konzept soll die eklatante Versorgungslücke zwischen stationärer und anschließender ambulanter Therapie bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten schließen und langfristig sowohl individuelle Krankheitslast als auch systemische Versorgungskosten zu senken. „Dafür“, sagt FLS-Koordinatorin Pia Kühn, „braucht es informierte Patienten und eine flächendeckende Akzeptanz.“
„Unser Konzept trägt der Realität einer hochaltrigen, häufig multimorbiden und mobilitätseingeschränkten Patientengruppe Rechnung, für die der Zugang zur ambulanten spezialisierten Versorgung oftmals eine erhebliche Hürde darstellt“, erklärt Dr. Ulla Stumpf, stellvertretende Leiterin des osteologischen Schwerpunktzentrums am LMU Klinikum. Sie wird beim Symposium Struktur, Implementierungsstrategie und erste Erfahrungen des Ansatzes vorstellen.
„Nicht fehlendes Wissen“, ergänzt Wolfgang Böcker, „sondern fehlende Strukturen verhindern oft eine moderne, bedarfsgerechte Therapie der Grunderkrankung Osteoporose. Jetzt braucht es klare Zuständigkeiten, verlässliche Finanzierung und sektorenübergreifende Versorgungspfade.“