Behandlungsschwerpunkte

  • Chirurgische Behandlung des Pankreaskarzinoms
  • Medikamentöse Nachbehandlung nach operativer Entfernung eines Pankreaskarzinoms (adjuvante Therapie)
  • Diagnostik und Therapie zystischer Pankreastumoren
  • Minimal-invasive Operationen (Schlüsselloch-Chirurgie) bei gutartigen Pankreastumoren und Pankreatitis
  • Behandlung des nicht-operablen, lokal fortgeschrittenen und metastasierten Pankreaskarzinoms mit Hilfe von Chemotherapie, Immuntherapie und molekularbiologisch zielgerichteten Substanzen
  • Bestrahlungstherapie bei lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom
  • Medikamentöse, interventionelle und chirurgische Therapie der chronischen Pankreatitis
  • Minimal-invasive Therapie der nekrotisierenden Pankreatitis
  • Bauchspeicheldrüsentransplantation bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Krankheitsbilder

Die chirurgische Therapie, das heißt das Entfernen des Tumors, ist die einzige Behandlung, die eine Chance auf Heilung verspricht. Diese kann nur erfolgen, wenn eine Metastasierung der Krebszellen in andere Organe, wie z. B. der Leber oder der Lunge, ausgeschlossen werden kann. Außerdem sollte der Tumor nicht in die umgebenden Schlagadern (Arterien) eingewachsen sein, da ansonsten eine vollständige Entfernung des Tumors häufig nicht möglich ist. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass nur bei ca. 15 % bis 20 % aller Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine komplette chirurgische Entfernung des Tumors durchgeführt werden kann.

Mit dem Einsatz moderner Bildgebungsverfahren werden zystische Tumoren der Bauchspeicheldrüse mit zunehmender Häufigkeit als Zufallsbefund entdeckt. Zystische Pankreastumoren spielen deshalb seit einigen Jahren eine bedeutende Rolle in der Therapie von Bauchspeicheldrüsentumoren. Aufgrund oftmaliger Beschwerdefreiheit wissen die betroffenen Patienten bis zur Diagnosestellung nichts von ihrer Erkrankung. Im Gegensatz zu den weit verbreiteten Leber- oder Nierenzysten, welche in aller Regel harmlos sind, können Zysten der Bauchspeicheldrüse durchaus weitreichende Folgen haben.

Unter akuter Pankreatitis versteht man eine plötzlich auftretende Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Dadurch kommt es zu einer Schädigung der Bauchspeicheldrüsenzellen, was zu einer vorübergehenden oder dauernden Funktionseinschränkung führt. Bei einer schweren Schädigung kann es auch zu einem Absterben von Bauchspeicheldrüsenzellen kommen. Dann werden verschiedene schädigende Stoffe in den gesamten Körper ausgeschüttet, die den Patienten lebensbedrohlich erkranken lassen. In der weiteren Folge können andere Organe (z. B. Lunge, Niere) angegriffen und in ihrer Funktion eingeschränkt werden. Entsprechend dem Ausmaß der Entzündung unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung:

Diese stellt die milde Form der akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung dar. Ca. 85 % der Patienten leiden unter diesem Krankheitsbild. Dabei kommt es nur zu einer vorübergehenden Schädigung der Bauchspeicheldrüse, wobei meistens keine anderen Organe in Mitleidenschaft gezogen werden. In aller Regel erholen sich die Patienten vollständig von dieser Entzündung. Es entsteht kein Dauerschaden an der Bauchspeicheldrüse.

Ca. 15 % der Patienten leiden unter dieser schwersten Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Es kommt zu einer plötzlichen, mehr oder weniger ausgeprägten Zerstörung von Bauchspeicheldrüsengewebe, welches in der Folge abstirbt. Diese stärkste Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann auch zu einem vorübergehenden Funktionsausfall anderer Organe und damit zu einer akuten Gefährdung des Lebens führen. Eine Behandlung auf der Intensivstation, manchmal für Wochen oder Monate, kann erforderlich werden. Auch wenn sich der Patient erholt, existiert meist eine lebenslange funktionelle Einschränkung der Bauchspeicheldrüse (Verdauungsstörungen, Zuckerkrankheit). Je mehr Bauchspeicheldrüsengewebe abgestorben ist, desto größer ist der Funktionsverlust.

Unter chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung versteht man eine über lange Zeit andauernde oder wiederholt auftretende Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Hierbei kommt es zu einer dauerhaften Schädigung des Organs. Die Folge ist ein Verlust ihrer Funktionsfähigkeit. Das bedeutet zum einen, dass die Bauchspeicheldrüse die lebenswichtigen Verdauungsenzyme nicht mehr produzieren kann. Fehlen diese Verdauungsenzyme kommt es zu Blähungen, Völlegefühl und Durchfällen, und die Betroffenen verlieren an Körpergewicht. Zum anderen bedeutet das, dass die Bauchspeicheldrüse nicht mehr ausreichend Insulin bereitstellen kann. Das wiederum beeinträchtigt den Zuckerstoffwechsel erheblich, so dass die Betroffenen an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus erkranken. Aus verschiedenen Gründen kommt es im Laufe der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung zu immer stärkeren Oberbauchschmerzen. Wahrscheinlich entstehen die Schmerzen durch Veränderungen des Nervengewebes in der Bauchspeicheldrüse und durch Verstopfung der Bauchspeicheldrüsengänge.