News | 29.04.2026
Workshop in Tansania

Stärkung der Versorgungs- und Screening-Kapazitäten für das Zervixkarzinom in Afrika

Workshop schult Teilnehmende zur Verbesserung der Diagnostik im DZIF-AFRICOS Teilprojekt zu HPV
Im Rahmen der multizentrischen African Cohort Study – Human Papilloma Virus (AFRICOS-HPV) organisierten Prof. Inge Kroidl und Prof. Christof Geldmacher, Forschende des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) und tätig am Institut für Infektions- und Tropenmedizin des LMU Klinikums, einen Workshop in Mbeya, Tansania. Ziel war es, Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte der AFRICOS-Studie darin zu schulen, die Umsetzung von Methoden zur Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung innerhalb der Studie zu verbessern. Der Workshop, der im März 2026 stattfand, wurde in enger Zusammenarbeit mit Dr. Mkunde Chachage und ihrem Team am National Institute for Medical Research – Mbeya Medical Research Center (NIMR-MMRC), einem der afrikanischen Partnerstandorte des DZIF, durchgeführt.
Prof. Inge Kroidl erklärt den Teilnehmern das mobile Kolposkop.

Das DZIF-Flex-Fund-Projekt „Optimierung molekularer Screening-Algorithmen für Gebärmutterhalskrebs bei Frauen mit HIV“ zielt darauf ab, neue Testformate und diagnostische Algorithmen zur Verbesserung der Früherkennung im Kontext einer HIV-Infektion zu entwickeln und arbeitet dabei mit der etablierten AFRICOS-Kohorte zusammen. Die 2013 vom U.S. Military HIV Research Program (MHRP) initiierte AFRICOS-Studie ist eine multizentrische, systematische, auf 15 Jahre angelegte Längsschnittstudie mit rund 4.200 Teilnehmenden, darunter Menschen mit HIV sowie HIV-negative Erwachsene. Die Studie wird an 12 klinischen Standorten in fünf geografisch unterschiedlichen HIV-Behandlungs- und Versorgungsprogrammen durchgeführt, die durch den U.S. President’s Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR) in Kenia, Tansania, Uganda und Nigeria unterstützt werden.

Der Workshop brachte Gynäkologinnen und Gynäkologen, Pathologinnen und Pathologen sowie Zytologinnen und Zytologen aus Tansania und Deutschland zusammen und vermittelte sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Fertigkeiten. Dazu gehörten die visuelle Inspektion, Kolposkopie und die Entnahme zervikaler Proben sowie deren Aufbereitung für zytologische Abstriche (Pap-Test) und die molekulare HPV-Diagnostik. Die Schulung fand in den Einrichtungen für Gebärmutterhalskrebs-Screening am META Women’s Hospital in Mbeya statt. In praxisnahen Szenarien wurden Herausforderungen für eine qualitativ hochwertige Früherkennung identifiziert und gezielt adressiert. Gemeinsam mit US-amerikanischen Partnern des MHRP werden die neuen klinischen Verfahren nun in die Studie integriert und kontinuierlich überwacht, um die zuverlässige Identifikation von Krebsvorstufen innerhalb von AFRICOS zu verbessern.

Durch die Teilnahme von Fachkräften aus vier afrikanischen Ländern sowie durch die Anleitung von Expertinnen und Experten für Kolposkopie und histo-zytologische Diagnostik stärkte der Workshop die Kapazitäten zur Erkennung präkanzeröser Läsionen – ein entscheidender Baustein für eine bessere Früherkennung und verbesserte Behandlungsergebnisse.


Weitere Informationen und AFRICOS-Partner (Website MHRP)