PIPAC – Pressurized Intraperitoneal Aerosol Chemotherapy
Prinzip:
Die PIPAC ist ein minimalinvasives Verfahren, das insbesondere bei fortgeschrittener oder nicht operabler Peritonealmetastasierung eingesetzt wird. Über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird die Chemotherapie als feiner Sprühnebel (Aerosol) unter leichtem Überdruck in die Bauchhöhle eingebracht. So verteilt sich das Medikament gleichmäßig auf dem Bauchfell und kann in das Tumorgewebe eindringen.
Ablauf:
- Eingriff in Vollnarkose, Dauer ca. 1 Stunde
- Vernebelung der Medikamente über zwei kleine Zugänge
- Nach 30 Minuten Absaugung des Aerosols
- Stationärer Aufenthalt meist nur wenige Tage
- Wiederholung alle 6–8 Wochen möglich
Wann ist eine PIPAC geeignet?
- Wenn eine Entfernung sämtlicher Tumorherde und eine HIPEC nicht möglich sind
- Bei Fortschreiten der Erkrankung trotz systemischer Chemotherapie
- Bei Unverträglichkeit systemischer Therapien
- Bei tumorbedingtem Bauchwasser
Typische Tumoren:
Magen- und Dickdarmkarzinome, Appendixkarzinome, Pankreas- und Gallenwegskarzinome, bösartiges Peritonealmesotheliom.
Ziel:
Die PIPAC kann Beschwerden wie Aszites, Schmerzen und Übelkeit lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Sie kann allein oder ergänzend zu einer systemischen Chemotherapie durchgeführt werden („bidirektionale Therapie“).