LAMA: Verknüpfung von akutem und chronischem Stress mit Aktivität des Immunsystems – eine Mehrebenenanalyse
Akuter Stress löst adaptive physiologische Reaktionen aus, darunter vorübergehende Anstiege entzündlicher Zytokine, während chronischer Stress mit anhaltender Entzündungsaktivität einhergeht, die zur Entwicklung verschiedener Erkrankungen beitragen kann. Trotz umfangreicher Forschung zu beiden Stressformen ist deren Übergang und Zusammenspiel bislang unzureichend untersucht.
Ziel dieser Studie ist es, diese Lücke mithilfe eines intensiven longitudinalen Messdesigns (Measurement-Burst-Design) zu schließen. Gesunde Studierende werden rekrutiert und über drei jeweils einwöchige Erhebungsphasen hinweg untersucht, die durch dreimonatige Pausen getrennt sind. Die Teilnehmenden erfassen viermal täglich ihre emotionalen Zustände, Stress¬erfahrungen und Alltagsereignisse mittels ökologischer Momentaufnahmen (EMA). Parallel werden Speichelproben zur Bestimmung von Biomarkern des Immun- und Stresssystems erhoben. Ergänzend liefern tägliche Audio-Tagebücher qualitative Einblicke, die mithilfe moderner Sprachanalyseverfahren ausgewertet werden.
Die Daten werden mittels Mehrebenenmodellen analysiert, um intraindividuelle Dynamiken von interindividuellen Unterschieden zu trennen und mögliche Moderatoren zu berücksichtigen. Die Ergebnisse sollen aufklären, wie wiederholte akute Stressoren in chronischen Stress übergehen und wie chronische Belastung akute Stressreaktionen beeinflusst.
Förderung: BW Stiftung Eliteprogramm (Dr. Lennart Seizer)
Laufzeit: Januar 2025 – Dezember 2027
Verantwortlich: Dr. Lennart Seizer, Anja Pascher