AVA - Deine persönliche Impfassistenz
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Menschen ab einem Alter von 60 Jahren in Deutschland die jährliche Impfung gegen die saisonale Influenza („Grippeimpfung“). Etwa 20% der über 60-jährigen zeigen Symptome leichten kognitiver Einschränkungen und haben daher Probleme medizinischen Entscheidungen eigenständig treffen zu können, komplexen Zusammenhängen gut folgen zu können oder proaktiv Fragen zu Ihrer eigenen Gesundheit zu stellen. Die Impfquoten bei dieser vulnerablen Patientengruppe sind jedoch mit weniger 30% unzureichend.
Patientenzentriete Entscheidungsfindung („shared decision making“) kann helfen, Impfquoten bei Erwachsenen zu verbessern, vor allem wenn nicht-ärztliches Personal miteinbezogen wird. Die erforderlichen Ressourcen werden auf absehbare Zeit in der hausärztlichen Praxis jedoch nicht in dem nötigen Ausmaß zur Verfügung stehen. Daher haben wir gemeinsame mit hausärztlichen Parxisteams und interessierten BürgerInnen einen KI-gestützten, zielgruppenspezifisch adaptierten Sprachassistenten („AVA“: AI-supported Vaccination Assistant) entwickelt, um eine personalisierte telefonische Impfberatung für die jährliche Grippeimpfung anbieten zu können. Neben evidenzbasierten Informationen (STIKO-Impfempfehlungen) wurde AVA trainiert, die Grundregeln des shared decision making anzuwenden und insbesondere auf mögliche Anzeichen von Scham und Unsicherheiten aufgrund der kognitiven Einschränkungen einzugehen. Das Ziel unserer Studie ist es daher, den Einsatz von AVA zur Verbesserung der Impfbereitschaft bei Patienten ab 60 Jahren mit Symptomen leichter kognitiver Einschränkungen zu verbessern.
Ablauf der konfirmatorischen Studie
Unsere trainierten Studienassistenzen besuchen Sie gerne in Ihrer hausärztlichen Praxis um Ihre Patienten und PatientInnen zur Studienteilnahme im Rahmen der Akutsprechstunde einzuladen. Bei Interesse werden die Patienten und Patientinnen über die Studie aufgeklärt und es wird ein Kurzfragebogen (MoCA blind®) gemeinsam mit der Studienassistenz im Wartebereich der Praxis ausgefüllt um den aktuellen kognitiven Zustand einschätzen zu können. Im Anschluss erhalten die Studienteilnehmenden einen Fragebogen und in den
darauffolgenden Tagen einen Anruf von AVA (Interventionsgruppe) oder unseren trainierten Studienassistenzen (Kontrollgruppe), um an die indizierte Grippeimpfung zu erinnern und alle nötigen Fragen beantworten zu können. Nach diesem Telefonkontakt werden wiederum Fragebögen per Post an die Patientinnen und Patienten verschickt. Am Ende der Influenzaimpfsaison möchten wir gerne die tatsächlich durchgeführten Influenzaimpfungen aus den hausärztlichen Praxen abfragen und mit dem Impfstatus im Vorjahr vergleichen.
Warum Sie uns unterstützen sollten?
- Sie lernen die Möglichkeiten des Einsatzes von künstlicher Intelligenz in der hausärztlichen Versorgung am Beispiel Impfmedizin kennen
- reduzierter Aufwand für die hausärztliche Praxis und zugleich verbesserte Patientenversorgung
- Sie unterstützen ein innovatives Projekt zur verbesserten Impfbereitschaft bei einer schwer zu erreichenden und vulnerablen Patientengruppe
- Sie tragen zum verbesserten Impfschutz vulnerabler Patientinnen und Patienten bei
- Das gesamte hausärztliche Praxisteam, sowie die studienteilnehmenden Patientinnen und Patienten erhalten eine Aufwandsentschädigung
Bei Interesse freuen wir uns auf Ihren Kontakt!
Auch für Fragen sind wir immer gerne da.
PD Dr. Linda Sanftenberg
wissenschaftliche Mitarbeiterin, erweiterte Institutsleitung, stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Aktionsbündnisses Impfen NABI
Registrierung: Deutsches Register Klinischer Studien: DRKS00038562
Ethik: Die Studie wurde von der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der LMU München genehmigt (Aktenzeichen 25-1078).
Förderung: Förderprogramm für Forschung und Lehre (FöFoLe) der Medizinischen Fakultät der LMU München, Promotionsstudiengang Klinisch-translationale Medizin (Reg.-Nr. 40/2025), sowie Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (01GK1903B) „Entwicklung einer nachhaltigen Struktur für praxisorientierte Forschungsnetzwerke zur Stärkung der Allgemeinmedizin“.