UNIty: Vernetzung von Netzwerken, Interaktionen und Technologie für die psychische Gesundheit von Jugendlichen

Multizentrische Studie zur Prävention und Frühintervention psychischer Gesundheit bei Studierenden

in Zusammenarbeit mit Prof. Björn Schuller (TU München), Prof. Caterina Gawrilow (Uni Tübingen), Prof. Claudia Calvano (FU Berlin), Prof. Hanna Christiansen (Uni Marburg), Prof. Julia Asbrand (Uni Jena)

Psychische Belastungen unter jungen Erwachsenen nehmen deutlich zu. Insbesondere der Übergang in das Studium stellt eine vulnerable Lebensphase dar, in der erstmals psychische Beschwerden auftreten oder sich bestehende Belastungen verstärken können. Trotz des hohen Unterstützungsbedarfs ist der Zugang zu frühzeitigen und passgenauen Hilfsangeboten häufig eingeschränkt. Vor dem Hintergrund zunehmend ausgelasteter Versorgungssysteme besteht daher ein dringender Bedarf an innovativen, niedrigschwelligen und skalierbaren Präventionsansätzen.

Das Projekt UNIty verfolgt das Ziel, psychische Belastungen bei Studierenden frühzeitig zu erkennen und ihnen bedarfsgerecht präventiv zu begegnen. Hierzu werden ein digitales Monitoring- und Feedback-System zur Früherkennung psychischer Belastungen sowie bedarfsspezifische digitale und soziale Unterstützungsangebote entwickelt und wissenschaftlich evaluiert.

Mithilfe einer Monitoring-App werden im Alltag individuelle Belastungs- und Verhaltensmuster erfasst. Dabei kommen Methoden des Digital Phenotyping zum Einsatz, darunter Ecological Momentary Assessment, Sprachaufnahmen sowie Bewegungs- und Sensordaten. Die erhobenen Daten werden mithilfe von Machine-Learning-Verfahren analysiert und in Form personalisierter Rückmeldungen aufbereitet. Dadurch sollen Veränderungen der psychischen Gesundheit frühzeitig erkannt und individuelle Unterstützungsbedarfe identifiziert werden.

Deutschlandweit werden insgesamt 1.000 Studierende rekrutiert. Studierende mit klinisch relevanten Belastungen werden im Rahmen einer dynamischen randomisierten kontrollierten Studie einer von drei Bedingungen zugewiesen: einer LLM-basierten Chatbot-Intervention, einem Buddy-Programm zur Förderung sozialer Unterstützung oder einer Monitoring-Kontrollgruppe. Untersucht werden unter anderem die Wirksamkeit, Akzeptanz und Nutzung der Angebote sowie deren Potenzial, psychische Belastungen frühzeitig zu reduzieren.

Durch die enge Zusammenarbeit von fünf Standorten des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (München, Tübingen, Jena, Marburg, Berlin) entsteht ein standortübergreifendes und skalierbares Modell für Forschung, Prävention und Versorgung. UNIty leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung evidenzbasierter digitaler Instrumente und zur nachhaltigen Verankerung präventiver Ansätze in der psychischen Gesundheitsversorgung junger Menschen.

Förderung: BMBF / DZPG

Laufzeit: Juli 2026 – Juni 2029

Verantwortlich: Dr. Lennart Seizer, Nadine Schmitt