Cochlea Implantat
Für Kinder und Erwachsene, auch bei einseitiger Taubheit
Ein Cochlea-Implantat eröffnet Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit den Zugang zum Hören, wenn Hörgeräte nicht mehr ausreichen; die Klinik versorgt Säuglinge, Kinder und Erwachsene, auch bei einseitiger Ertaubung und Innenohrfehlbildungen. 163 Implantationen im Jahr 2024, ein Drittel davon bei Kindern; 2020 hier die erste Implantation eines vollständig implantierbaren Cochlea-Implantats in Deutschland.
Für wen ein Cochlea-Implantat infrage kommt
Wenn das Innenohr so geschädigt ist, dass ein Hörgerät den Schall nicht mehr nutzbar verstärken kann, überbrückt das Cochlea-Implantat den Hörnerv direkt. Die Klinik versorgt Säuglinge ab dem ersten Lebensjahr, Kinder und Erwachsene jeden Alters, Menschen mit einseitiger Taubheit, bei denen das zweite Ohr normal hört, sowie Patientinnen und Patienten mit angeborenen Fehlbildungen des Innenohres, deren Anatomie eine eigene Planung der Elektrodenlage verlangt. Wo ein Restgehör in den tiefen Frequenzen besteht, wird es nach Möglichkeit erhalten.
Der Weg zum Implantat
Am Anfang steht eine mehrstufige Voruntersuchung in der Abteilung Audiologie: Hörtests, Hirnstammaudiometrie, Bildgebung von Cochlea und Hörnerv, Beratungsgespräch und bei Kindern die pädaudiologische Abklärung. Die Operation dauert in der Regel wenige Stunden; nach der Einheilung folgt die Erstanpassung des Sprachprozessors, die Basistherapie in zwei Schritten und ein fester Kontrollplan nach einem, drei, sechs und neun Monaten, danach jährlich. Die Nachsorge gilt lebenslang und für Geräte aller Hersteller, an beiden Standorten.
Kinder
Ein Drittel der Implantationen des Jahres 2024 betraf Kinder unter 18 Jahren. Früherkennung, Diagnostik, Versorgung und Hörtraining laufen in der Pädaudiologie zusammen; die Operation erfolgt in der HNO-Klinik. Für die kleinen Patientinnen und Patienten begleitet das Maskottchen des AUDIOMUC den Weg durch die Untersuchungen.
Forschung für die Versorgung
Ein Drittel der Implantationen des Jahres 2024 betraf Kinder unter 18 Jahren. Früherkennung, Diagnostik, Versorgung und Hörtraining laufen in der Pädaudiologie zusammen; die Operation erfolgt in der HNO-Klinik. Für die kleinen Patientinnen und Patienten begleitet das Maskottchen des AUDIOMUC den Weg durch die Untersuchungen.
Häufige Fragen
Nach der Operation heilt das Implantat einige Wochen ein; dann wird der Sprachprozessor erstmals eingestellt. Hören und Verstehen entwickeln sich in den folgenden Monaten mit den Anpassungen und dem Hörtraining.
Viele Trägerinnen und Träger telefonieren und hören Musik; wie gut, hängt von der Hörgeschichte und vom Training ab. Die Abteilung Audiologie berät zu Zubehör und Techniken.
Die Klinik implantiert Systeme mehrerer Hersteller und übernimmt die Nachsorge für alle, auch wenn die Operation anderswo stattfand.
Per E-Mail an ci-hno@med.uni-muenchen.de; für Kinder über die Pädaudiologie, phoniatrie@med.uni-muenchen.de.
Termine und Kontakte
Cochlea-Implantat-Abklärung und Nachsorge: Abteilung Audiologie, ci-hno@med.uni-muenchen.de · Ohrsprechstunde Campus Innenstadt: Montag (Prof. Müller), Freitag (Prof. Hempel)
Terminvergabe +49 (0)89 4400-53641
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Joachim Müller, Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde · Stand September 2026