Schädelbasischirurgie
Für Vestibularisschwannome, Glomustumoren und Meningeome betreibt die HNO-Klinik des LMU Klinikums München ein zertifiziertes Schädelbasiszentrum; jede Behandlung wird im Schädelbasisboard geplant, komplexe Eingriffe erfolgen gemeinsam mit der Neurochirurgie.
Allgemeine Informationen
An der Schädelbasis liegen Ohr, Hirnnerven, große Blutgefäße und Gehirn auf engstem Raum; Eingriffe dort brauchen mehrere Fächer am Tisch. Die HNO-Klinik des LMU Klinikums ist von der Gesellschaft für Schädelbasischirurgie als Schädelbasiszentrum zertifiziert. Ob Verlaufskontrolle, Bestrahlung oder Operation die richtige Wahl ist, entscheidet sich für jeden Patienten im interdisziplinären Schädelbasisboard; komplexe Operationen erfolgen gemeinsam mit der Klinik für Neurochirurgie.
Wie die Behandlung läuft
Die Schädelbasis trennt die Schädelhöhle vom Gesichtsschädel; durch sie laufen die Hirnnerven und die großen Blutgefäße, die das Gehirn versorgen. Erkrankungen dort sind vielfältig: Entzündungen, gutartige und bösartige Tumoren, Gefäßfehlbildungen und Verletzungen. Die vordere Schädelbasis erreicht die Klinik endoskopisch durch die Nase, navigationsgestützt, mit der Möglichkeit, Defekte im selben Eingriff zu verschließen; die seitliche Schädelbasis wird gemeinsam mit der Neurochirurgie operiert.
Vestibularisschwannom (Akustikusneurinom)
Ein Vestibularisschwannom ist ein in der Regel gutartiger Tumor der Hüllzellen des Gleichgewichtsnervs; die HNO-Klinik des LMU Klinikums München behandelt es je nach Größe, Lage, Wachstum und Hörvermögen durch Verlaufskontrolle, Bestrahlung oder Operation, und die Empfehlung entsteht im Schädelbasisboard.
Glomustumoren und weitere Tumoren der seitlichen Schädelbasis
Glomus-tympanicum- und Glomus-jugulare-Tumoren behandelt die HNO-Klinik des LMU Klinikums, seltene, stark durchblutete Tumoren der seitlichen Schädelbasis, deren Nähe zu Hirnnerven und Gefäßen eine sorgfältige interdisziplinäre Planung verlangt, sowie Meningeome und weitere Tumoren der lateralen Schädelbasis mit erweiterter Tumorchirurgie im Felsenbein. Ergebnisse zur bildgeführten Radiochirurgie bei Glomus-jugulare-Tumoren hat die Klinik in Multicenter-Studien veröffentlicht.
Endoskopische Chirurgie der vorderen Schädelbasis
Tumoren und Defekte der vorderen Schädelbasis operiert die HNO-Klinik des LMU Klinikums (Rhinobasis) endoskopisch über die Nase, in Verbindung mit der Nasennebenhöhlenchirurgie und navigationsgestützt.
Zusammenarbeit
An der vorderen Schädelbasis arbeiten Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Augenheilkunde, Neuroradiologie und bei Tumoren die Strahlentherapie zusammen; computerassistierte Navigation ist bei Eingriffen an der Schädelbasis Standard. An der seitlichen Schädelbasis einschließlich des Felsenbeins sind Neurochirurgie, spezielle und interventionelle Radiologie und Strahlentherapie beteiligt. Die wöchentliche Fallkonferenz aller beteiligten Fächer sichert die Abstimmung; Partner ist das Neuroonkologische Zentrum (NONK) des CCC München.
Häufige Fragen
Ein Vestibularisschwannom muss nicht immer operiert werden: Kleine, langsam wachsende Tumoren werden häufig zunächst mit Bildgebung kontrolliert. Bestrahlung und Operation sind Optionen, die das Schädelbasisboard der HNO-Klinik abhängig von Größe, Wachstum, Hörvermögen und den Wünschen der Patientin oder des Patienten bewertet.
Das Schädelbasisboard ist eine regelmäßige Fallkonferenz von Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Strahlentherapie und weiteren Fächern am LMU Klinikum. Dort entsteht vor jeder Behandlung ein abgestimmtes Konzept.
Ob das Hören bei einer Schädelbasisoperation erhalten bleibt, hängt von Tumorgröße, Lage und Ausgangshörvermögen ab und wird vor dem Eingriff besprochen. Geht das Hören auf der betroffenen Seite verloren, stehen an der HNO-Klinik Hörimplantate zur Verfügung.
Termine und Kontakte
Schädelbasissprechstunde: Informationen folgen in Kürze; Ohrsprechstunde Innenstadt Freitag (Prof. Hempel), Terminvergabe +49 (0)89 4400-53641
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026