Hals, Speicheldrüsen und Schilddrüse

Im Schwerpunkt Hals, Speicheldrüsen und Schilddrüse der HNO-Klinik des LMU Klinikums München behandeln die Ärztinnen und Ärzte Speichelsteine ohne äußeren Schnitt mit der Sialendoskopie, der Spiegelung des Speichelgangs. Sie operieren die Speicheldrüsen möglichst drüsenerhaltend und versorgen Erkrankungen der Halslymphknoten sowie Halszysten und Halsfisteln.

Allgemeine Informationen

Die Ärztinnen und Ärzte der HNO-Klinik des LMU Klinikums behandeln Schwellungen am Hals, Speichelsteine, wiederkehrende Entzündungen der Ohr- und der Unterkieferspeicheldrüse sowie angeborene Zysten und Fisteln. Sofern möglich, bleiben die Drüse und ihre Funktion dabei erhalten. Speicheldrüsenerkrankungen können durch Infektionen, Autoimmunerkrankungen, Steine, verengte Speichelgänge oder gut- und bösartige Tumoren entstehen; danach richten sich Untersuchung und Therapie. Muss die Ohrspeicheldrüse operiert werden, gilt dem Gesichtsnerv besondere Sorgfalt: Er zieht durch die Drüse und steuert die Mimik, deshalb wird der Eingriff so geplant, dass er möglichst geschont wird. Bösartige Tumoren werden im Kopf-Hals-Tumorzentrum behandelt.

Speicheldrüsenoperationen pro Jahr, davon Parotidektomien
Sialendoskopien pro Jahr
Halseingriffe pro Jahr
Schilddrüseneingriffe pro Jahr

Speicheldrüsenchirurgie

Bei der Diagnostik von Speicheldrüsenerkrankungen hat der Ultraschall neben der HNO-ärztlichen Untersuchung einen hohen Stellenwert. Im Einzelfall kommen Laboruntersuchungen, eine Speichelgangendoskopie (Sialendoskopie) oder eine Kernspintomographie (MRT) hinzu. Bei obstruktiven Erkrankungen, also Steinen und anderen Abflusshindernissen mit wiederkehrender Schwellung, ist heute in rund 90 Prozent der Fälle eine drüsenerhaltende Behandlung möglich. Die früher übliche Entfernung der Drüse ist die Ausnahme. 

Bei Speicheldrüsentumoren planen die Ärztinnen und Ärzte der HNO-Klinik des LMU Klinikums die Behandlung individuell. In den meisten Fällen entfernen sie den Tumor und erhalten die übrige Drüse. Bei bösartigen Tumoren muss meist die gesamte Drüse entfernt werden, gegebenenfalls zusammen mit den Halslymphknoten. Darüber entscheidet das Tumorboard, die fachübergreifende Tumorkonferenz, unter Einbindung des Comprehensive Cancer Center München. Bei jedem Eingriff hat die Schonung des Gesichtsnervs Vorrang. Mikrochirurgische Verfahren und das intraoperative Nervenmonitoring, also die fortlaufende Überwachung der Nervenfunktion während der Operation, unterstützen ein präzises Vorgehen. Muss der Nerv bei ausgedehnten bösartigen Tumoren mitentfernt werden, wird er mikrochirurgisch rekonstruiert. Die Folgen für Auge, Mund und Gesicht werden plastisch-chirurgisch behandelt (siehe Fazialisreanimation).

Sialendoskopie

An der HNO-Klinik des LMU Klinikums München werden Speichelsteine und Verengungen der Speichelgänge mit der Sialendoskopie behandelt, der Spiegelung des Speichelgangs über seine natürliche Mündung im Mund. Der Eingriff kommt ohne äußeren Schnitt aus und erhält die Drüse, so dass in geeigneten Fällen die Entfernung der gesamten Drüse entfällt.

Halschirurgie

An der HNO-Klinik des LMU Klinikums werden gut- und bösartige Lymphknotenveränderungen am Hals operativ abgeklärt und behandelt. Angeborene Halszysten und Halsfisteln werden mit schonenden Verfahren operiert, mit Blick auf Funktion und Narbe. Besteht der Verdacht auf ein Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) oder eine Metastase (Tochtergeschwulst eines Tumors), werden Abklärung und Behandlung mit dem Kopf-Hals-Tumorzentrum der HNO-Klinik abgestimmt.

Schilddrüse

Bis zu ein Drittel der Menschen in Deutschland entwickelt im Lauf des Lebens eine Schilddrüsenerkrankung. Am häufigsten ist eine Vergrößerung oder knotige Veränderung der Schilddrüse („Kropf“), oft infolge von Jodmangel. Daneben kommen altersbedingte Veränderungen, Autoimmunerkrankungen sowie gut- oder bösartige Tumoren vor. 

Viele Knoten werden zufällig entdeckt, im Ultraschall oder beim Abtasten des Halses. Andere Erkrankungen zeigen sich über Störungen des Hormonhaushalts, etwa durch Blutdruck-, Verdauungs- oder Gewichtsprobleme, trockene Haut oder depressive Verstimmungen. Schilddrüsenerkrankungen werden fachübergreifend untersucht und behandelt: Laboruntersuchungen und Hormontherapie liegen bei der Inneren Medizin, während die Ärztinnen und Ärzte der HNO-Klinik des LMU Klinikums routinemäßig den Ultraschall der Halsweichteile einschließlich der Schilddrüse durchführen.

 Häufige Fragen

Eine Schwellung am Hals ist meist nicht gefährlich. Jede Schwellung, die länger als zwei bis drei Wochen besteht, sollte jedoch ärztlich untersucht werden. In der HNO-Klinik des LMU Klinikums klären die Ärztinnen und Ärzte mit Ultraschall und, wenn nötig, einer Gewebeprobe, ob eine Entzündung, eine Zyste oder ein Tumor vorliegt.

Ein Speichelstein kann häufig ohne offene Operation entfernt werden: Mit der Sialendoskopie, der Spiegelung des Speichelgangs vom Mund aus, lassen sich an der HNO-Klinik des LMU Klinikums viele Steine bergen oder zerkleinern, während die Drüse erhalten bleibt. Ob dieses Vorgehen möglich ist, hängt von Größe und Lage des Steins ab.

Bei einer Operation der Ohrspeicheldrüse (Parotis) an der HNO-Klinik des LMU Klinikums wird er  Gesichtsnerv freigelegt und so weit dies möglich ist geschont. Eine vorübergehende Schwäche des Nervs ist dennoch möglich. Über die Risiken für den Gesichtsnerv sprechen die Ärztinnen und Ärzte im Aufklärungsgespräch.

Ihre Ansprechpartner
PD Dr. med. Manuel Lasch  
 Oberarzt
Prof. Dr. med. Christoph Reichel
 Geschäftsführender Oberarzt
PD Dr. med. Florian Schrötzlmair 
 Oberarzt

Termine und  Kontakte

Ohr-, Speicheldrüsen- und Schilddrüsensprechstunde

Campus Innenstadt: Dienstag 8:00 bis 15:30 Uhr (PD Dr. Schrötzlmair)

Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53642


Tumor- und Speicheldrüsensprechstunde

Campus Innenstadt: Donnerstag 8:00 bis 15:30 Uhr (Prof. Reichel)

Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53641

Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026