Otosklerose: Stapesplastik
Laserassistierte Steigbügelchirurgie
Otosklerose ist ein Knochenumbau am Fuß des Steigbügels, des kleinsten Gehörknöchelchens. Der Steigbügel wird dadurch unbeweglich und leitet den Schall nicht mehr ins Innenohr weiter. Die Folge ist eine zunehmende Schwerhörigkeit, oft auf beiden Ohren und häufig ab dem dritten Lebensjahrzehnt. Festgestellt wird sie mit HNO-Untersuchung und Hörtest.
Bei der Stapesplastik an der HNO-Klinik des LMU Klinikums wird der festgewachsene Steigbügel ganz oder teilweise durch eine Prothese ersetzt, die den Schall wieder ins Innenohr überträgt. Der Eingriff erfolgt durch den Gehörgang ohne äußeren Schnitt und mit einem Laser, der an den feinen Strukturen des Mittelohres besonders präzise arbeitet und das Innenohr möglichst wenig belastet. Ein erneuter Eingriff kann nötig werden, wenn sich die Prothese verlagert hat oder das Hören wieder nachlässt.
Forschung
Die HNO-Klinik des LMU Klinikums erforscht die Mechanik des Mittelohres: An Felsenbeinpräparaten messen wir mit Laser-Doppler-Vibrometrie, wie die Gehörknöchelchenkette schwingt, und untersuchen Prothesentypen und ihre Befestigung. Eine Studie erfasst Hören und Lebensqualität vor und nach der Stapesoperation.
Häufige Fragen
Bei Otosklerose ist eine Operation nicht zwingend: Ein Hörgerät ist eine Alternative. Die Stapesoperation hat zum Ziel, das Hören ohne Gerät wiederherzustellen. Welcher Weg für Sie geeignet ist, wird in der Sprechstunde der HNO-Klinik des LMU Klinikums gemeinsam mit Ihnen besprochen.
Nach einer Stapesoperation kann das Hören im Laufe der Jahre wieder schlechter werden, etwa weil sich die Prothese verlagert oder das Gehör aus anderen Gründen nachlässt. Dann kommt ein erneuter Eingriff infrage, den die HNO-Klinik des LMU Klinikums ebenfalls durchführt.
Termine und Kontakte
Sprechstunde
Prof. Hempel, Campus Innenstadt, Freitag
Prof. Müller, Campus Innenstadt, Montag
Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53641
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026