Rekonstruktive Mittelohrchirurgie
Hörverbessernde Operationen
Störungen der Schallübertragung durch Entzündungen, Verletzungen oder Tumoren von Gehörgang, Trommelfell oder Gehörknöchelchen behandelt die HNO-Klinik des LMU Klinikums München mit hörverbessernden Operationen (Tympanoplastik): Löcher im Trommelfell können dabei verschlossen und die Kette der Gehörknöchelchen wieder hergestellt werden, vorrangig mit körpereigenem Material.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Loch im Trommelfell, eine chronische Mittelohrentzündung oder eine unterbrochene Gehörknöchelchenkette verhindern, dass der Schall ungehindert zum Innenohr gelangt. Es entsteht eine Schallleitungsschwerhörigkeit. Typische Anzeichen sind ein dumpfes Hörempfinden und ein Ohr, das immer wieder läuft oder sich entzündet. Trommelfelldefekte und chronische Mittelohrentzündungen operiert die HNO-Klinik des LMU Klinikums mit zwei Zielen: die Entzündung zu beseitigen und das Hören zu verbessern. Ob eine Operation sinnvoll ist, klären die Untersuchung des Ohrs unter dem Mikroskop und ein Hörtest.
Was ist eine Tympanoplastik?
Bei der Tympanoplastik wird das Trommelfell mit körpereigenem Gewebe verschlossen, häufig mit Knorpel aus der Ohrmuschel. Ist die Kette der Gehörknöchelchen unterbrochen, wird der Defekt vorrangig mit erhaltenen Resten der Gehörknöchelchen überbrückt. Sofern dies nicht möglich ist, setzen wir Prothesen aus Titan ein. Ist das Mittelohr entzündet, wird es im selben Eingriff saniert. Liegt ein Cholesteatom vor, hat dessen vollständige Entfernung Vorrang vor der Hörverbesserung.
Ablauf
Die Operation erfolgt an der HNO-Klinik des LMU Klinikums in der Regel in Vollnarkose, je nach Befund durch den Gehörgang oder über einen kleinen Schnitt hinter dem Ohr. Danach bleibt für einige Wochen eine Tamponade im Gehörgang, und das Ohr muss vor Wasser geschützt werden. Wie sich das Hören verändert hat, zeigt ein Hörtest, sobald das Ohr verheilt ist.
Forschung
Die Mittelohrchirurgie der HNO-Klinik des LMU Klinikums stützt sich auf einen eigenen Forschungsschwerpunkt zur Mittelohrmechanik. Die Arbeitsgruppe misst an Felsenbeinpräparaten mit Laser-Doppler-Vibrometrie, wie Trommelfell und Gehörknöchelchen im gesunden und im rekonstruierten Ohr schwingen, und arbeitet an Trommelfellersatzmaterialien und an der Weiterentwicklung von Mittelohrprothesen.
Häufige Fragen
Ein frisches Loch im Trommelfell, beispielsweise nach einer Verletzung oder einer akuten Entzündung, heilt häufig von selbst. Bleibt es bestehen oder entzündet sich das Ohr immer wieder, kann es die HNO-Klinik des LMU Klinikums mit einer Tympanoplastik verschließen.
Wie gut man nach einer Tympanoplastik hört, hängt davon ab, wie stark Trommelfell und Gehörknöchelchen geschädigt waren und ob auch das Innenohr betroffen ist. Was im Einzelfall erreichbar ist, wird an der HNO-Klinik des LMU Klinikums vor dem Eingriff anhand von Ohrbefund und Hörtest besprochen.
Die Tympanoplastik behandelt Defekte von Trommelfell und Gehörknöchelchenkette, meist als Folge von Entzündungen oder Verletzungen. Die Stapesplastik ist ein Eingriff am Steigbügel bei Otosklerose, wenn der Steigbügel festgewachsen ist. Die HNO-Klinik des LMU Klinikums führt ihn laserassistiert durch.
Termine und Kontakte
Ohrsprechstunden
Campus Innenstadt: Terminvergabe +49 (0)89 4400-53641
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026