Mikrotie: Ohrmuschelrekonstruktion

Aufbau der Ohrmuschel bei Kindern und Erwachsenen

Bei einer fehlenden oder fehlgebildeten Ohrmuschel, angeboren als Mikrotie oder nach Unfall oder Tumor, kann die Ohrmuschel an der HNO-Klinik des LMU Klinikums München neu aufgebaut werden, bei Kindern wie bei Erwachsenen. Ist auch das Hören betroffen, lässt sich der Aufbau mit einem Hörimplantat verbinden. 

Für wen kommt eine Ohrmuschelrekonstruktion in Frage?

Eine Ohrmuschelrekonstruktion kommt bei ausgeprägten Fehlbildungen des Ohres ebenso in Frage wie auch für Menschen, die mit einer kleinen oder fehlenden Ohrmuschel geboren wurden (Mikrotie) oder auch ihre Ohrmuschel durch Unfall oder Tumor verloren haben. Häufig ist bei Mikrotie auch der Gehörgang verschlossen und das Mittelohr fehlgebildet. In diesen Fällen werden Ohraufbau und Hörversorgung gemeinsam geplant.

Das Verfahren

Für die Ohrmuschelrekonstruktion verwendet die HNO-Klinik des LMU Klinikums ein individuell geformtes Gerüst aus porösem Polyethylen, das mit körpereigenem Gewebe bedeckt wird. Bei Kindern muss dabei – anders als beim Aufbau aus Rippenknorpel – das Wachstum nicht berücksichtigt werden. Sofern äußeres und mittleres Ohr betroffen sind, lässt sich die Rekonstruktion mit einem aktiven Mittelohrimplantat oder einem Knochenleitungssystem verbinden, sodass Form und Hören in einem Zusammenhang behandelt werden.

Erfahrung

Die Klinik hat ihre Ergebnisse mit 113 Patientinnen und Patienten aus zehn Jahren 2022 veröffentlicht. Sie arbeitet mit der Selbsthilfeorganisation Goldenhar-Syndrom e. V. zusammen und beteiligt sich an deren Informationsveranstaltungen.

113
Ohrmuschelrekonstruktionen in zehn Jahren (Veröffentlichung 2022)
0
Rekonstruktionen pro Jahr, aktuell

 Häufige Fragen

Mit dem Gerüst aus porösem Polyethylen ist die Ohrmuschelrekonstruktion bereits im Kindesalter möglich – den Zeitpunkt legen Eltern und Operateur gemeinsam fest.

Die Kosten einer Ohrmuschelrekonstruktion übernimmt die Krankenkasse in der Regel bei angeborenen Fehlbildungen und nach Unfall oder Tumor.

Kontakt zu anderen Betroffenen vermittelt die Selbsthilfeorganisation Goldenhar-Syndrom e. V.. Weitere Gruppen nennt die Seite Selbsthilfe der HNO-Klinik.

Ihre Ansprechpartner
 Porträt Prof. Dr. med. John Martin Hempel, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der HNO-Klinik am LMU Klinikum
Prof. Dr. med. John-Martin Hempel  
 Leitender Oberarzt, Stellvertretender Klinikdirektor
PD Dr. med. Florian Schrötzlmair 
 Oberarzt

Termine und  Kontakte

Plastische Sprechstunde Ohr 

Prof. Hempel, Campus Innenstadt, Freitag 8:00 bis 14:30 Uhr 

Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53641 oder -73851

Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026