Mittelohrimplantate / Knochenleitungsimplantate

Hören, wenn ein Hörgerät nicht ausreicht

Für Menschen, denen ein herkömmliches Hörgerät nicht ausreichend hilft oder die es nicht tragen können, bietet die HNO-Klinik des LMU Klinikums München die Versorgung mit aktiven Mittelohrimplantaten oder Knochenleitungsimplantaten. Mögliche Gründe dafür sind beispielsweise chronische Erkrankungen von Gehörgang oder Mittelohr sowie Fehlbildungen des Mittelohres. Ist auch die Ohrmuschel fehlgebildet, lässt sich das Implantat mit ihrem Aufbau verbinden.

Indikation für ein implantierbares Hörsystem

Ein implantierbares Hörsystem kommt in Frage, wenn die Art der Hörstörung, die Anatomie des Ohres oder eine chronische Erkrankung von Gehörgang und Mittelohr ein herkömmliches Hörgerät ausschließen. Aktive Mittelohrimplantate setzen direkt an den Gehörknöchelchen oder am Eingang zum Innenohr an und versetzen sie in Schwingung. Insbesondere bei hohen Frequenzen erreichen sie einen besseren Höreindruck als ein Hörgerät. Der Gehörgang bleibt frei, ein Vorteil bei chronischen Entzündungen oder narbigen Verengungen. Knochenleitungsimplantate, auch vollständig unter der Haut, leiten den Schall über den Schädelknochen zum Innenohr und umgehen Gehörgang und Mittelohr, etwa bei einer chronisch-eitrigen Mittelohrentzündung. Die Klinik setzt Systeme verschiedener Hersteller ein.

Fehlbildungen des Mittelohres

Bei angeborenen Fehlbildungen des Mittelohres verbindet die HNO-Klinik des LMU Klinikums die Hörversorgung mit dem rekonstruktiven Eingriff: Je nach Ausgangslage wird ein aktives Mittelohrimplantat oder ein Knochenleitungssystem eingesetzt. Ist auch die Ohrmuschel fehlgebildet, gehört ihr Aufbau in dieselbe Planung. So werden Form und Hören gemeinsam behandelt, bei Kindern wie bei Erwachsenen.

Ablauf

An der HNO-Klinik des LMU Klinikums beginnt die Versorgung mit der Voruntersuchung in der Abteilung Audiologie. Nach der Operation heilt das Implantat rund acht Wochen ein; danach stellt die Audiologie das System ein und übernimmt die Nachsorge.

 Häufige Fragen

Das Cochlea-Implantat ersetzt die Funktion des Innenohres. Mittelohr- und Knochenleitungsimplantate verstärken oder leiten den Schall, wenn das Innenohr noch arbeitet, der Weg dorthin über Gehörgang oder Mittelohr aber gestört ist.

Bei den meisten Systemen liegt das Implantat unter der Haut, und ein kleiner Audioprozessor wird außen hinter dem Ohr getragen. Bei vielen Systemen wird dieser magnetisch gehalten.

Mittelohr- und Knochenleitungsimplantate sind für eine langjährige Nutzung ausgelegt; der außen getragene Audioprozessor lässt sich bei technischem Fortschritt austauschen, ohne das Implantat zu wechseln. Kontrollen und Anpassungen erfolgen in der Abteilung Audiologie der HNO-Klinik.

Ihre Ansprechpartner
 Porträt Prof. Dr. med. John Martin Hempel, Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der HNO-Klinik am LMU Klinikum
Prof. Dr. med. John Martin Hempel  
 Leitender Oberarzt
 PD Dr. med. Florian Schrötzlmair
PD Dr. med. Florian Schrötzlmair 
 Oberarzt

Termine und  Kontakte

Sprechstunde

Prof. Hempel, Campus Innenstadt, Freitag 8:00 bis 14:30 Uhr

Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53641 

Abklärung: ci-hno@med.uni-muenchen.de

Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026