Phoniatrie und Pädaudiologie
In der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums werden Stimm-, Sprach-, Hör- und Schluckstörungen behandelt, auch in komplexen und seltenen Formen. Bei Stimm- und Schluckstörungen liegen Diagnostik, konservative Therapie und Operation in derselben Abteilung. Eigene Schwerpunkte sind die Musikermedizin und die Betreuung von Menschen, die beruflich auf ihre Stimme angewiesen sind, etwa im Lehrberuf, im Gesang oder auf der Bühne. Die Abteilung arbeitet eng mit Logopädie und Audiologie zusammen, daneben mit Neurologie, Onkologie und Pädiatrie.
Behandlungsschwerpunkte
Heiserkeit und Stimmstörungen
Bei Heiserkeit und anderen Stimmstörungen beginnt die Abklärung in der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums München mit dem Blick auf den Kehlkopf: Laryngostroboskopie und Videolaryngoskopie machen Kehlkopf und Stimmlippenschwingungen sichtbar, eine multidimensionale Stimmschallanalyse erfasst die Stimme selbst. Je nach Befund erfolgt die Behandlung konservativ mit Stimmtherapie oder phonochirurgisch, durch Eingriffe am Kehlkopf zur Verbesserung oder Wiederherstellung der Stimme; diese sind teils in örtlicher Betäubung möglich, teils werden sie in Narkose vorgenommen. Störungen der Singstimme (Dysodie) werden in einer eigenen Diagnostik beurteilt.
Kindliche Hörstörungen
Bleibt das Neugeborenen-Hörscreening auch in der Kontrolle auffällig oder zeigen sich später Hinweise auf eine Hörstörung, wird in der Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums München abgeklärt, ob das Kind schlecht hört. Die Hirnstammaudiometrie misst dabei die elektrischen Antworten der Hörbahn auf Töne; in der altersgerechten Verhaltensaudiometrie wird beobachtet, wie das Kind auf Geräusche reagiert. Kinder mit einer Hörstörung werden mit Hörgeräten versorgt. Ist ein Cochlea-Implantat nötig, geschieht das in Zusammenarbeit mit Ohrchirurgie und Audiologie der Klinik. Die Pädaudiologie begleitet die Kinder anschließend in Nachsorge und Förderung.
Schluckstörungen
Schluckstörungen werden in der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums München mit der fiberendoskopischen Schluckuntersuchung (FEES) abgeklärt. Die Behandlung reicht von der Schlucktherapie bis zu Eingriffen in Narkose – Radiologie, Gastroenterologie, Neurologie und Innere Medizin arbeiten hierbei Hand in Hand.
Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern und Erwachsenen
Sprachentwicklungsstörungen bei Kindern treten auch ohne Hörstörung auf, als Verzögerung des Sprachverständnisses, des Wortschatzes, der Grammatik oder der Aussprache. Ob eine Hörstörung zugrunde liegt, prüfen die Ärztinnen und Ärzte der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums mit standardisierten Tests. Um allgemeine Entwicklungsstörungen auszuschließen, arbeitet die Abteilung mit dem Sozialpädiatrischen Zentrum zusammen. Bei Erwachsenen kommen Störungen des Redeflusses wie Stottern und Poltern (überhastetes, undeutliches Sprechen) sowie Störungen der Aussprache wie Lispeln vor. Sie bestehen entweder seit der Kindheit oder treten bei Erkrankungen von Nerven und Muskeln neu auf.
Musikermedizin
Die medizinische Versorgung professioneller Musikerinnen und Musiker erfolgt in der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums bei Bedarf auch im Verbund mit anderen Fächern. Zu den Beschwerde- und Krankheitsbildern gehören Störungen der Gesangsstimme, Hörstörungen und bei Blech- und Holzbläsern Störungen des Druckaufbaus und der Tonproduktion. Die Abteilung arbeitet dabei mit dem Fachbereich Physikalische und Rehabilitative Medizin des Klinikums (Dr. Winkelmann, Klinik für Orthopädie, Physikalische Medizin und Rehabilitation) und mit Prof. Adina Mornell von der Hochschule für Musik und Theater München zusammen.
Klinische Studien
Die Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums ist Studienzentrum. Geforscht wird dort in Drittmittelprojekten, die externe Förderer finanzieren. Zu den Forschungsthemen gehören die Atemregulation beim Singen sowie der Aerosolausstoß beim Singen und beim Spielen von Blasinstrumenten.
Häufige Fragen
Heiserkeit sollte ärztlich abgeklärt werden, wenn sie länger als drei Wochen anhält, ohne Erkältung auftritt oder mit Atemnot oder Schluckbeschwerden einhergeht. Die Ärztinnen und Ärzte der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums klären die Ursache mit einer Kehlkopfspiegelung ab.
Das Hören eines Säuglings wird mit objektiven Verfahren geprüft, die keine Mitarbeit des Kindes erfordern: mit der Messung otoakustischer Emissionen, der Schallantworten des Innenohrs, und mit der Hirnstammaudiometrie, einer Messung der Hirnströme, die durch Töne ausgelöst werden. Hinzu kommt die altersgerechte Verhaltensaudiometrie, bei der beobachtet wird, wie das Kind auf Geräusche reagiert. In der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums werden Kinder vom Neugeborenenalter an untersucht, etwa wenn das Neugeborenen-Hörscreening auch in der Kontrolle auffällig bleibt.
Die FEES (fiberendoskopische Schluckuntersuchung) ist eine Untersuchung des Schluckens mit Hilfe einer dünnen Kamera, die durch die Nase eingeführt wird. Währenddessen schluckt die Patientin oder der Patient Speisen und Flüssigkeiten. Die Untersuchung zeigt, ob Nahrung in die Atemwege gelangt und welche Konsistenzen sicher sind. In der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums wird die FEES ambulant vorgenommen.
Termine und Kontakte
Phoniatrie und Pädaudiologie
Campus Großhadern, Telefon: +49 (0)89 4400-73861
Campus Innenstadt, Telefon: +49 (0)89 4400-53971
Telefonisch erreichbar von Montag bis Freitag: 8:00 bis 12:00 Uhr
Termin per E-Mail an: phoniatrie@med.uni-muenchen.de
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026