Kopf-Hals-Tumoren
Kopf-Hals-Tumoren behandelt die HNO-Klinik des LMU Klinikums München in ihrem zertifizierten Kopf-Hals-Tumorzentrum im Comprehensive Cancer Center CCC München: interdisziplinäres Tumorboard, Roboter- und Laserchirurgie, rekonstruktive Mikrochirurgie, Supportivzentrum und eigene Forschung im Sonderforschungsbereich.
Tumoren in Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Nase und Nasennebenhöhlen, an den Speicheldrüsen und an der Schädelbasis werden an der HNO-Klinik des LMU Klinikums in einem zertifizierten Zentrum behandelt: Das Kopf-Hals-Tumorzentrum ist Teil des Comprehensive Cancer Center München und von der Deutschen Krebsgesellschaft als Onkologisches Zentrum zertifiziert. [K2, K5] Die Behandlungspläne werden im interdisziplinären Kopf-Hals-Tumorboard abgestimmt, in dem Chirurgie, Strahlentherapie, medikamentöse Onkologie, Radiologie und Pathologie zusammenwirken. Die Klinik behandelt nach Leitlinie und forscht zugleich an der Erkrankung selbst: Der Sonderforschungsbereich Transregio 1784 und die Arbeitsgruppe Molekulare Onkologie untersuchen, wie Tumorzellen im Kopf-Hals-Bereich streuen und welche Angriffspunkte sich daraus für Therapien ergeben.
Behandlungsschwerpunkte
Erkrankungsfälle und Risiken
In Deutschland erkranken jährlich mehr als 15.000 Menschen an einem Kopf-Hals-Tumor; etwa neun von zehn sind Plattenepithelkarzinome der Schleimhaut von Mund, Rachen und Kehlkopf. Die wichtigsten Risikofaktoren sind Rauchen und Alkohol; ein wachsender Anteil der Rachentumoren geht auf humane Papillomviren (HPV) zurück. Behandelt werden alle gut- und bösartigen Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs: Karzinome von Mundhöhle, Rachen, Kehlkopf, Nasenrachen und Nasennebenhöhlen, bösartige Tumoren der Haut von Kopf und Hals, Speicheldrüsentumoren, Sarkome, und die Abklärung bei Verdacht auf ein Lymphom. Warnzeichen, die eine HNO-ärztliche Untersuchung verlangen: Heiserkeit über drei Wochen und Fremdkörpergefühl, später Atemnot (Kehlkopf); Schluckbeschwerden (Rachen); eine nicht heilende Stelle im Mund; ein Knoten, Schmerzen oder eine Schwellung am Hals; einseitig verstopfte Nase mit blutigem Sekret; eine Gesichtsnervenlähmung bei Tumoren der Ohrspeicheldrüse.
Abklärung
Untersuchung mit Spiegel und Endoskop, Ultraschall des Halses, Bildgebung mit CT oder MRT des Halses, zur Suche nach Absiedlungen Ultraschall des Oberbauchs und Röntgen oder CT der Lunge, und zur Sicherung der Diagnose die Panendoskopie in Narkose mit Gewebeprobe, bei der der gesamte obere Atem- und Speiseweg auf weitere Tumoren untersucht wird. Alle Befunde gehen ins Tumorboard.
Roboterchirurgie (TORS)
Die transorale Roboterchirurgie (TORS) ist an der HNO-Klinik des LMU Klinikums München das Verfahren für Tumoren des Rachens und des Zungengrunds: Zugang durch den Mund, ohne äußeren Schnitt, mit dem Ziel, Schlucken und Sprechen zu schonen.
Laserchirurgie
Transorale Laserchirurgie setzt die HNO-Klinik des LMU Klinikums bei Tumoren des Kehlkopfs und Rachens ein, in frühen Stadien oft organerhaltend; bei Kehlkopftumoren kann die Laserresektion unter dem Mikroskop den Luftröhrenschnitt vermeiden.
Rekonstruktive Mikrochirurgie
Defekte nach Tumoroperationen rekonstruiert die HNO-Klinik des LMU Klinikums in derselben Operation mit körpereigenem Gewebe: Wenn größere Teile von Zunge, Mundboden, Rachen oder Kiefer entfernt werden müssen, wird der Defekt meist durch freien Gewebetransfer aus Unterarm, Oberschenkel oder Wadenbein mit mikrochirurgischem Gefäßanschluss verschlossen, so dass Schlucken und Sprechen möglichst erhalten bleiben. Dazu Rekonstruktion des Gesichtsnervs und erweiterte Tumorchirurgie im Felsenbein. Bei ausgedehnten Tumoren lassen sich ein vorübergehender Luftröhrenschnitt oder eine Ernährung über Magensonde für zehn bis vierzehn Tage nicht immer vermeiden; sie sichern in dieser Zeit Atmung und Ernährung und werden so früh wie möglich beendet. Schon während des stationären Aufenthalts begleiten Physiotherapie und Logopädie.
Strahlen-, Chemo- und Immuntherapie
Strahlen-, Chemo- und Immuntherapie plant das Kopf-Hals-Tumorzentrum der HNO-Klinik des LMU Klinikums gemeinsam mit Strahlentherapie und medizinischer Onkologie: Bei ausgedehntem Befund oder ungünstiger Lage folgt der Operation eine Strahlentherapie, bei Bedarf kombiniert mit Chemotherapie; in bestimmten Situationen ersetzt die kombinierte Strahlen-Chemotherapie die Operation. Immuntherapien mit Checkpoint-Inhibitoren gehören seit einigen Jahren zur Behandlung fortgeschrittener Tumoren; die Klinik forscht an ihrer Weiterentwicklung.
Kopf-Hals-Tumorzentrum und Tumorboard
Das Kopf-Hals-Tumorzentrum der HNO-Klinik des LMU Klinikums München ist von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert und Teil des Comprehensive Cancer Center München; Prof. Dr. med. Christoph Reichel koordiniert das Zentrum und leitet das interdisziplinäre Tumorboard, das auch Zweitmeinungen für auswärtige Patientinnen und Patienten erarbeitet.
Supportivzentrum
Während und nach einer Tumorbehandlung begleitet das Supportivzentrum der HNO-Klinik des LMU Klinikums München, gemeinsam mit dem Comprehensive Cancer Center, Patientinnen und Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren: Ernährung, Schmerz, Logopädie, Physiotherapie, psychoonkologische und soziale Unterstützung.
Nachsorge
Nach einer Kopf-Hals-Tumorbehandlung an der HNO-Klinik des LMU Klinikums folgt die Nachsorge einem Plan über fünf Jahre: im ersten Jahr Kontrollen etwa alle sechs Wochen, im zweiten alle zwei bis drei Monate, danach halbjährlich, ab dem fünften Jahr jährlich, in Abstimmung mit der niedergelassenen HNO-Praxis. Physiotherapie, Logopädie und Rehabilitationseinrichtungen werden eingebunden.
Häufige Fragen
HNO-ärztlich abklären lassen sollten Sie Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält, Schluckbeschwerden, eine nicht heilende Stelle im Mund, einen Knoten am Hals und eine einseitig verstopfte Nase mit blutigem Sekret. Nicht jedes dieser Zeichen bedeutet Krebs, jedes verdient eine Untersuchung.
Im Tumorboard des Kopf-Hals-Tumorzentrums besprechen Fachärztinnen und Fachärzte mehrerer Disziplinen Befunde, Bildgebung und Gewebeprobe und legen gemeinsam einen Behandlungsvorschlag fest, der anschließend mit der Patientin oder dem Patienten besprochen wird.
Eine Zweitmeinung zu einem Kopf-Hals-Tumor können Sie am Kopf-Hals-Tumorzentrum der HNO-Klinik einholen.
Ob eine laufende klinische Studie für Sie infrage kommt, wird im Behandlungsgespräch an der HNO-Klinik angesprochen; die Entscheidung über eine Teilnahme liegt bei Ihnen.
Ein zertifiziertes Kopf-Hals-Tumorzentrum wird von der Deutschen Krebsgesellschaft regelmäßig auf Strukturen, Abläufe und Ergebnisse geprüft. Die Zertifizierung belegt, dass Diagnostik, Behandlung und Nachsorge nach festgelegten Qualitätsanforderungen erfolgen.
Termine und Kontakte
Tumorsprechstunde, Campus Großhadern: Mittwoch und Donnerstag 8:00 bis 15:30 Uhr, Freitag 8:00 bis 14:30 Uhr (Prof. Baumeister, Dr. Lechner); Terminvergabe +49 (0)89 4400-73889
Tumor- und Speicheldrüsensprechstunde, Campus Innenstadt: Donnerstag 8:00 bis 15:30 Uhr (Prof. Reichel); Terminvergabe +49 (0)89 4400-53641
Telefonsprechstunde Kopf-Hals-Tumore für Betroffene und Angehörige: 21. bis 24. September 2026 (siehe Veranstaltungen)
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026