Stimmstörungen

Diagnostik, Stimmtherapie und Phonochirurgie am Kehlkopf

Bei Heiserkeit und anderen Stimmstörungen beginnt die Abklärung in der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums München mit dem Blick auf den Kehlkopf: Laryngostroboskopie und Videolaryngoskopie machen Kehlkopf und Stimmlippenschwingungen sichtbar, eine multidimensionale Stimmschallanalyse erfasst die Stimme selbst. Je nach Befund erfolgt die Behandlung konservativ mit Stimmtherapie oder phonochirurgisch, durch Eingriffe am Kehlkopf zur Verbesserung oder Wiederherstellung der Stimme. Diese sind teils in örtlicher Betäubung möglich, teils werden sie in Narkose vorgenommen. Störungen der Singstimme (Dysodie) werden im Rahmen einer eigenen Diagnostik beurteilt.

Wann Heiserkeit abgeklärt werden sollte

Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält, ohne Erkältung auftritt, mit Atemnot oder Schluckbeschwerden verbunden ist, sollte mit einer Kehlkopfspiegelung abgeklärt werden. Eine Stimmstörung (Dysphonie) reicht von Einschränkungen unter Belastung bis zur völligen Stimmlosigkeit (Aphonie) und kann von Schmerzen, Trockenheitsgefühl, Schluckbeschwerden oder Husten begleitet sein. Die Ursachen können organisch, neurogen (durch eine Schädigung von Nerven), funktionell oder psychosomatisch sein. Sie reichen von Überlastung und Stimmlippenknötchen über Polypen, das Reinke-Ödem (eine Schwellung der Stimmlippen) und die Stimmlippenlähmung bis zu Tumoren, die im Kopf-Hals-Tumorzentrum der HNO-Klinik des LMU Klinikums behandelt werden.

Diagnostik und Therapie

Zur Stimmdiagnostik in der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums gehören die HNO-ärztliche Untersuchung (HNO-Status) und die Laryngostroboskopie mit Videodokumentation durch den Mund oder die Nase, bei der Lichtblitze die Schwingung der Stimmlippen sichtbar machen. Hinzu kommen die Videolaryngoskopie durch die Nase (transnasal), bei der eine Kamera an der Spitze des Endoskops sitzt (Chip-on-the-tip), und das Narrow-Band-Imaging, eine Lichtfilterung, die die Gefäße der Schleimhaut hervorhebt. Die multidimensionale Stimmtestung umfasst Elektroglottographie, computergestützte Stimmfeldmessung, Stimmschall-Analyse, Stimmbelastungstests und Spirometrie (Lungenfunktionsmessung). 

Behandelt wird konservativ mit Stimmtherapie und Logopädie oder operativ im Rahmen der Phonochirurgie, in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose. Im Jahr 2025 wurden in der Abteilung rund 400 phonochirurgische Eingriffe vorgenommen. Lasermikrochirurgische Eingriffe und das Abtragen begrenzter gutartiger Veränderungen am Kehlkopf unter dem Lupenendoskop sind zum Teil ambulant möglich. Zur Qualitätskontrolle wird die Stimmfunktion vor und nach dem Eingriff gemessen.

Störungen der Singstimme

Eine Sonderform der Stimmstörung ist die Störung der Singstimme (Dysodie). Gemeint sind Einschränkungen, Klangveränderungen oder Probleme unter Belastung, die Berufs- wie Laiensängerinnen und -sänger gleichermaßen treffen. In der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums wird die Singstimme mit den Verfahren der Stimmdiagnostik untersucht. Die Ärztinnen und Ärzte klären, ob die Ursache organisch oder funktionell ist, und besprechen die Möglichkeiten der Therapie. Ziel der Behandlung ist, die Singstimme wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Stimmdiagnostik im Überblick

Laryngostroboskopie mit Chip-on-the-tip-Kamera und Videodokumentation, durch den Mund oder die Nase · 3D-Stroboskopie · Laryngoskopie mit Hochgeschwindigkeitskamera · Narrow-Band-Imaging · Elektroglottographie · computergestützte Sing- und Sprechstimmfeldmessung · multidimensionale Stimmschall-Analyse · Göttinger Heiserkeitsdiagramm · Stimmbelastungstests · Stimmdosimetrie mit Accelerometer · Lungenfunktionsmessung (Spirometrie)

Phonochirurgie im Überblick

Phonochirurgie ist die Sammelbezeichnung für Operationen am Kehlkopf, deren Ziel die Verbesserung der Stimme ist. Die Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums bietet die folgenden Eingriffe an:

In örtlicher Betäubung

Thyreoplastik · Augmentation der Stimmlippen mit Eigenfett, Hyaluronsäure oder Hydroxylapatit durch Mund, Nase oder von außen · Einspritzung von Medikamenten · Farblaserbehandlung (True-Blue-Laser)

 

In Vollnarkose

Operationen organischer Stimmlippenbefunde mit Mikrolaryngoskopie · Thyreoplastik · Augmentation, auch mit Silikon · Farblaserbehandlung (True-Blue, KTP) · zeitweise Glottiserweiterung (Lichtenberger-Plastik) · dauerhafte Glottiserweiterung mit CO2-Laser und Lappenplastik · Rekonstruktion des Stimmspalts (Doppellappenplastik) · geschlechtsangleichende Stimmoperationen.

400
Phonochirurgische Eingriffe im Jahr 2025
Videostroboskopien pro Jahr

 Häufige Fragen

Mit einer Stimmlippenoperation in der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik des LMU Klinikums soll die Stimme wiederhergestellt werden. Stimmruhe und Stimmtherapie nach dem Eingriff gehören zur Behandlung.

Ihre Ansprechpartner
Univ.-Prof. Dr. med. Matthias Echternach
Leitung Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie
  Priv.-Doz. Dr. med. Donata Gellrich
 Oberärztin

Termine und  Kontakte

Phoniatrie und Pädaudiologie

Campus Großhadern: +49 (0)89 4400-73861

Campus Innenstadt: +49 (0)89 4400-53971

phoniatrie@med.uni-muenchen.de

Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026