Schlafmedizin
Für schlafbezogene Atemstörungen betreibt die HNO-Klinik des LMU Klinikums München ein zertifiziertes schlafmedizinisches Zentrum mit Schlaflabor und Schlafendoskopie; zu den Behandlungen gehören der Zungenschrittmacher, die Rachen- und Nasenchirurgie und Schienen als Alternativen zur CPAP-Maske.
Schnarchen und obstruktive Schlafapnoe
Schnarchen kann harmlos sein oder das Zeichen einer schlafbezogenen Atemstörung, die die Gesundheit beeinträchtigt: nicht erholsamer oder unruhiger Schlaf, Tagesschläfrigkeit, Konzentrationsstörungen, morgendliche Kopfschmerzen, und auf Dauer ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Die obstruktive Schlafapnoe ist behandelbar, und die CPAP-Maske ist nur eine von mehreren Möglichkeiten. Das interdisziplinäre Schlaflabor der HNO-Klinik des LMU Klinikums ist von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin als Schlafmedizinisches Zentrum zertifiziert. Ziel ist, die Ursache zu finden, sie zu erklären und ein Behandlungskonzept anzubieten, das zur Person passt; dafür steht die ganze Kette im Haus, von der ambulanten Schlafdiagnostik über die Schlafendoskopie bis zum Zungenschrittmacher und zur Roboterchirurgie am Zungengrund.
Netzwerk SchlafmedizinLMU
Zusammenarbeit mit Neurologie, Pneumologie, Kieferorthopädie und Zahnheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Pädiatrie, Ernährungsmedizin und Endokrinologie.
Häufige Fragen
Alternativen zur CPAP-Maske sind je nach Befund eine Unterkieferprotrusionsschiene, eine Lagetherapie, eine Operation am Gaumen, am Zungengrund oder an der Nase oder ein Zungenschrittmacher. Voraussetzung ist eine Untersuchung im Schlaflabor der HNO-Klinik und meist eine Schlafendoskopie.
Ein Zungenschrittmacher kommt für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe infrage, bei denen die CPAP-Therapie nicht funktioniert und die Schlafendoskopie ein geeignetes Verschlussmuster zeigt.
Bei der Schlafendoskopie betrachtet die Ärztin oder der Arzt in einem kurzen, medikamentös eingeleiteten Schlaf mit einer dünnen Kamera Rachen und Kehlkopf. So wird sichtbar, ob Gaumen, Zungengrund oder Seitenwände den Atemweg verschließen.
Schnarchen ist nicht in jedem Fall gefährlich; Schnarchen mit Atemaussetzern, Tagesmüdigkeit oder morgendlichen Kopfschmerzen sollte aber abgeklärt werden, weil eine unbehandelte Schlafapnoe Herz und Kreislauf belastet.
Termine und Kontakte
Schlafmedizinische Sprechstunde, Campus Großhadern: Montag 8:00 bis 15:30 Uhr (Prof. Weiß); Terminvergabe +49 (0)89 4400-73889. Die Vorstellung ist auch über die HNO-Poliklinik möglich. Schlaflabor Station I6: +49 (0)89 4400-72860
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026