Cholesteatom
Chronische Mittelohrentzündung mit Knochenabbau
Bei einem Cholesteatom wächst verhornendes Gewebe der Gehörgangshaut durch einen Defekt des Trommelfells oder eine Einziehung ins Mittelohr und baut dort Knochen ab. Unbehandelt schreitet die Erkrankung fort und kann Gehörknöchelchen, Innenohr, Gleichgewichtsorgan, Gesichtsnerv und die angrenzende Schädelbasis erreichen. Typische Zeichen sind wiederkehrende, oft übelriechende Ohrsekretion und eine zunehmende Schwerhörigkeit.
Die Operation
Zwei Ziele verfolgt die Cholesteatom-Operation an der HNO-Klinik des LMU Klinikums: das krankhafte Gewebe vollständig und sicher zu entfernen und, soweit möglich, das Hörvermögen zu erhalten oder durch Rekonstruktion von Trommelfell und Gehörknöchelchenkette zu verbessern, mit körpereigenem Material oder Titanprothesen. Je nach Ausdehnung erfolgt der Eingriff in einem oder in zwei Schritten. Mehrfach voroperierte Ohren und Revisionseingriffe gehören zum Spektrum der Klinik.
Nachsorge
Da ein Cholesteatom wiederkehren kann, sind regelmäßige Kontrollen Teil der Behandlung.
Häufige Fragen
Ein Cholesteatom ist kein Krebs und kein Tumor, sondern eine chronische Entzündung mit fehlgeleitetem Hautgewebe im Mittelohr. Gefährlich wird ein Cholesteatom durch den Knochenabbau, den es verursacht, nicht durch Streuung.
Ein Cholesteatom lässt sich nicht ohne Operation behandeln: Ohrentropfen und Reinigung lindern Entzündung und Sekretion, entfernen das eingewachsene Gewebe aber nicht.
Ob das Hörvermögen nach einer Cholesteatom-Operation besser wird, hängt davon ab, was das Cholesteatom bereits zerstört hat. Der Hörerhalt ist neben der Sanierung das zweite Ziel jeder Operation; wo nötig, stehen Hörimplantate zur Verfügung.
Termine und Kontakte
Ohrsprechstunde, Campus Innenstadt
Montag, Dienstag, Freitag
Terminvergabe: +49 (0)89 4400-53641
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026