Hörsturz, Tinnitus, Altersschwerhörigkeit
Erkrankungen des Innenohrs abklären und behandeln
Hörsturz, Tinnitus und Altersschwerhörigkeit sind Erkrankungen des Innenohrs, welche die HNO-Klinik des LMU Klinikums München abklärt und behandelt: mit Medikamenten, Hörgeräteberatung und Hörtraining, und falls ein Hörgerät nicht mehr ausreicht, mit Hörimplantaten.
Hörsturz
Ein Hörsturz ist ein plötzlicher, meist einseitiger Hörverlust ohne erkennbare äußere Ursache, oft mit Druckgefühl im Ohr, Ohrgeräusch oder Schwindel. Die HNO-Klinik des LMU Klinikums klärt einen Hörsturz mit Hörtest und Untersuchung des Ohrs ab und behandelt nach der Handlungsempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, in der Regel mit Kortison. Eine Untersuchung innerhalb weniger Tage ist ratsam, weil andere Ursachen ausgeschlossen werden müssen und eine frühe Behandlung die Erholung unterstützen kann. Bei bleibendem Hörverlust folgt die Versorgung mit Hörgerät oder, bei hochgradigem einseitigem Verlust, die Prüfung eines Cochlea-Implantats.
Tinnitus
Tinnitus ist ein Ohrgeräusch, das meist im Innenohr oder in der Hörbahn entsteht und häufig eine Schwerhörigkeit begleitet. Die HNO-Klinik des LMU Klinikums klärt Tinnitus mit Hörtest und Untersuchung des Ohrs ab und sucht bei einseitigem Geräusch oder Schwindel nach einer Ursache am Hörnerv. Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Belastung: Aufklärung und Beratung, Versorgung einer begleitenden Schwerhörigkeit mit Hörgerät, Hörtraining, bei starker Belastung die Zusammenarbeit mit Psychosomatik und Tinnitus-Bewältigungstherapie. Bei einseitiger Ertaubung mit belastendem Tinnitus kann ein Cochlea-Implantat infrage kommen.
Altersschwerhörigkeit
Die Altersschwerhörigkeit ist die häufigste Form der Schwerhörigkeit: Die Haarsinneszellen des Innenohrs lassen mit den Jahren nach, zuerst in den hohen Frequenzen, und Sprache wird vor allem in Gesellschaft schwer verständlich. Unbehandelt belastet sie Gedächtnis, Teilhabe und Sicherheit. Die HNO-Klinik des LMU Klinikums klärt den Hörverlust ab, berät zur Hörgeräteversorgung und begleitet sie in der Abteilung Audiologie. Reicht ein Hörgerät nicht mehr aus, ist ein Cochlea-Implantat auch im hohen Alter möglich: Acht der 163 Implantationen des Jahres 2024 betrafen Menschen über 80.
Häufige Fragen
Bei einem Hörsturz sollten Sie sich innerhalb weniger Tage HNO-ärztlich untersuchen lassen, damit die Ursachen schnell erkannt werden können und eine Behandlung früh begonnen werden kann.
Ein neu aufgetretener Tinnitus verschwindet häufig wieder, besonders in den ersten Wochen. Bleibt ein Tinnitus bestehen, zielt die Behandlung darauf, dass er den Alltag weniger beeinträchtigt.
Für ein Cochlea-Implantat gibt es keine Altersgrenze, entscheidend ist der Hörbefund. Die Abteilung Audiologie der HNO-Klinik am LMU Klinikum prüft, ob ein Implantat ein besseres Sprachverstehen erwarten lässt als das Hörgerät.
Termine und Kontakte
Allgemeinsprechstunde
Campus Großhadern: Montag bis Donnerstag 7:45 bis 15:30 Uhr, Freitag bis 14:00 Uhr
Terminvergabe: +49 (0)89 4400-73889
Campus Innenstadt: +49 (0)89 4400-53641
Hörgeräte- und Implantatberatung
Abteilung Audiologie, ci-hno@med.uni-muenchen.de
Fachlich verantwortlich: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Martin Canis, Direktor der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am LMU Klinikum · Stand Oktober 2026