Umgang mit Todeswünschen bei Kindern & Jugendlichen

SPEAK-KJ: Umgang mit Todeswünschen bei Kindern und Jugendlichen in der Palliativversorgung

An der Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin des LMU Klinikums wird im Rahmen des Projekts „SPEAK-KJ“ ein neues Schulungsangebot zum Umgang mit Todeswünschen bei Kindern und Jugendlichen mit lebensverkürzenden Erkrankungen entwickelt. Das Projekt wird von PD Dr. rer. medic. Kerstin Kremeike geleitet und über einen Zeitraum von 18 Monaten in Kooperation mit dem Betreuungsnetz für schwerkranke Kinder aus Hannover umgesetzt.

Hintergrund

Todeswünsche und Gedanken an das Sterben können auch bei schwer erkrankten Kindern und Jugendlichen auftreten. Sie äußern sich altersabhängig und stellen Fachkräfte sowie ehrenamtlich Begleitende vor besondere kommunikative und ethische Herausforderungen. Gleichzeitig rücken Fragen zu Selbstbestimmung, Todeswünschen und vereinzelt auch Anfragen nach Suizidassistenz zunehmend in gesellschaftliche und gesundheitspolitische Diskurse. Pädiatrisch Versorgende und entsprechende Einrichtungen stehen damit vor der Aufgabe, sich fachlich, ethisch und kommunikativ auf mögliche zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.

Ziele und Vorgehen

Bislang existieren im deutschsprachigen Raum kaum spezifische Schulungsangebote für die pädiatrische Hospiz- und Palliativversorgung. Das Projekt „SPEAK-KJ“ verfolgt daher das Ziel, ein multiprofessionelles Schulungscurriculum für Fachkräfte der pädiatrischen Hospiz- und Palliativversorgung zu entwickeln und zu pilotieren. Im Mittelpunkt stehen die Förderung einer offenen, sensiblen und altersgerechten Kommunikation sowie die Stärkung von Handlungssicherheit im Umgang mit Todeswünschen. 

Geplant sind unter anderem eine Literaturrecherche, Fokusgruppen mit Fachpersonen aus der pädiatrischen Versorgung sowie die Entwicklung und Evaluation eines praxisnahen Schulungskonzepts. Langfristig sollen die Inhalte über bestehende Netzwerke und Fortbildungsstrukturen verbreitet und nachhaltig in die pädiatrische Hospiz- und Palliativversorgung integriert werden.

Weitere Informationen

Das Projekt knüpft an bereits etablierte Forschungs- und Schulungsarbeiten zum Umgang mit Todeswünschen in der Erwachsenenversorgung an und erweitert diese gezielt um die Perspektive von Kindern und Jugendlichen. Damit kann „SPEAK-KJ“ einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung kommunikativer, ethischer und psychosozialer Kompetenzen in der Versorgung schwerstkranker junger Menschen und ihrer Familien leisten.


Wissenschaftliche Mitarbeiterin 

Dr. phil. Sabine Krauss, M.A.