RegAS
RegAS – Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines dauerhaften Registers zur Erfassung und Analyse assistierter Suizide
Hintergrund
Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidassistenz im Jahr 2020 nehmen Anfragen nach Suizidassistenz und dokumentierte assistierte Suizide in Deutschland zu. Gleichzeitig fehlen bislang belastbare, bundesweit vergleichbare Daten zur Praxis assistierter Suizide. Damit fehlt eine wichtige Grundlage für Transparenz, Qualitätssicherung, ethische Reflexion sowie die Weiterentwicklung von Beratung, Palliativversorgung und Suizidprävention.
Zielsetzung
Ziel des Projekts ist die Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines dauerhaften Registers zur Erfassung assistierter Suizide in Deutschland. Das Register soll eine strukturierte, datenschutzkonforme und wissenschaftlich fundierte Dokumentation ermöglichen und damit zu einem besseren Verständnis von Personen, Umständen und Einflussfaktoren assistierter Suizide beitragen. Langfristig soll es Transparenz schaffen, Bedürfnisse und Herausforderungen von Menschen, die einen assistierten Suizid erwägen, besser sichtbar machen, die Entwicklung evidenzbasierter Unterstützungs- und Präventionsangebote fördern sowie eine fundierte Berichterstattung in diesem gesellschaftlich und ethisch sensiblen Themenfeld ermöglichen.
Methodik
Das Projekt folgt einem iterativen, Mixed-Methods- und implementierungswissenschaftlichen Ansatz. In einem ersten Schritt werden internationale Register- und Berichtssysteme zu assistiertem Suizid systematisch analysiert. Auf dieser Grundlage wird gemeinsam mit Expert:innen aus Palliativversorgung, Suizidprävention, Ethik, Recht, Rechtsmedizin und Sterbehilfeorganisationen ein konsentierter Kerndatensatz für das Register entwickelt.
Anschließend werden die rechtlichen, ethischen und technischen Voraussetzungen für den Betrieb des Registers geschaffen und eine datenschutzkonforme Online-Plattform aufgebaut. Die Pilotierung und formative Evaluation erfolgen mittels Nutzer, Nutzungsanalysen sowie qualitativer Interviews. Darüber hinaus werden Barrieren und förderliche Faktoren für die Nutzung des Registers untersucht, um dessen langfristige Implementierung und Nachhaltigkeit zu unterstützen. Ergänzend wird die Einbindung des Registers in bestehende Versorgungs-, Präventions- und Berichtsstrukturen geprüft. Das Projekt wird von einem multidisziplinären Konsortium getragen.
Weitere Informationen
Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Förderlinie „Suizidprävention stärken“.
Laufzeit September 2025 – Februar 2028
Studienleitung
Projektleitung/ Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Doktorandin