Historie

Eine Klinik mit großer Tradition

Die Psychiatrische Klinik der LMU wurde 1904 unter Emil Kraepelin im Herzen der Stadt München eröffnet. Unter ihrem Dach verhalfen viele berühmte Forscher der Psychiatrie zu entscheidenden Fortschritten. Daraus ergaben sich auch neue Therapien, von denen unsere Patienten profitieren konnten.

Zwei der berühmtesten Forscher unseres Hauses waren Emil Kraepelin, der die moderne Psychiatrie als klinische und wissenschaftliche Disziplin maßgeblich begründete und Alois Alzheimer, der als erster die nach ihm benannte senile Demenz erkannte und beschrieb.

Zur Jahrhundertwende errichtete der Architekt Max Littmann, der u. a. auch das Prinzregententheater in München entwarf, das Klinikgebäude im Stil der Gründerzeit. Es steht heute unter Denkmalschutz und wird als Kraepelin-Gebäude bezeichnet. Seine Renovierung wurde Anfang 1998 abgeschlossen. Seitdem dient es als Funktions- und Forschungsbau. Außerdem sind dort die Psychiatrische Ambulanz und ein Teil der Spezialambulanzen untergebracht. Dieser Altbau geht nahtlos in den Neubau im postmodernen Stil über. Er dient als Bettenhaus mit 200 Plätzen.

Alt- und Neubauten gruppieren sich um mehrere schöne Gartenanlagen mit altem Baumbestand.

Psyichatrie Anton Bumm
Anton Bumm

1900
Anton Bumm ist der Bau der Königlich Psychiatrischen Universitätsklinik zu verdanken. Er war in München Ordinarius für Psychiatrie und zugleich Direktor der Oberbayerischen Irrenanstalt, wie es damals hieß. Bumm schlug eine Kombination aus Universitätsklinik und Stadtasyl mit 100 Betten vor, weil er darin Vorteile für Forschung, Behandlung und den medizinischen Unterricht sah. Unter seiner Leitung begann eine Kommission die Psychiatrische Klinik auf dem Areal der anderen Kliniken links der Isar zu planen. Die Stadt München stellte dafür einen Bauplatz an der Ecke Nußbaumstraße/Goethestraße aus dem Eigentum der Krankenhausstiftung zur Verfügung. Im Gegenzug musste sich die Universität verpflichten, die Geisteskranken der Stadt München vorübergehend aufzunehmen und zu untersuchen. Um sich ganz dem Bau der Psychiatrischen Klinik widmen zu können, bat Anton Bumm im November 1900 um seine Amtsenthebung als Direktor der Kreisirrenanstalt.

1901
Anton Bumm unterschrieb einen Vertrag, der ihn dazu verpflichtete, die Direktion der neuen Klinik zu übernehmen. Er beschäftigte sich intensiv und detailliert mit Bau- und Einrichtungsfragen. Dabei half ihm der Architekt Max Littmann, der zur damaligen Zeit einer der bekanntesten Architekten Deutschlands war – insbesondere für öffentliche Gebäude. Er entwarf neben der anatomischen Anstalt, der Schack-Galerie und dem Prinzregententheater auch den Neubau des Hofbräuhauses am Platzl in München. Das königliche Hoftheater in Stuttgart, die Stadttheater in Bozen und Posen, das großherzogliche Hoftheater in Weimar und das Schiller-Theater in Berlin gehen ebenfalls auf Entwürfe von Max Littmann zurück.

1902
Im August wurde der Bau von Heilmann und Littmann begonnen, die Inbetriebnahme war für das Jahresende 1904 vorgesehen. Dies sollte Anton Bumm nicht mehr erleben. Er starb überraschend nach einer Gallenblasenoperation.

1904

Das neue Klinikgebäude wurde im November unter der Leitung von Emil Kraepelin eröffnet. Er wurde aus Heidelberg auf den Lehrstuhl für Psychiatrie nach München berufen.

LMU Psychiatrie Historie
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