Verarbeitung von Morphemen und Silben / Processing of morphemes and syllables

gefördert durch die Förderung für Forschung und Lehre (FöFoLe)

Deutsch:

Um flüssig lesen zu können, müssen Kinder lernen, auch für unbekannte Wörter schnell die richtige Aussprache generieren können. Laut Theorien des Leseerwerbs die schnelle Identifikation unbekannter Wörter bei älteren Kindern dadurch, dass sie die Wörter in größere Buchstabengruppen unterteilen, statt sie Buchstabe für Buchstabe zu dekodieren. Solche größeren Buchstabengruppen sind z.B. Silben oder Morpheme (Buchstabengruppen, die eine semantische Bedeutung haben, wie z.B. "-chen" als Verkleinerungsform im Deutschen).

Diese Theorien werden auch in der Praxis wiedergespiegelt: z.B. ist aktuell die Silbenmethode in den Grundschulen beliebt, wo Silben farblich markiert werden. In der Leseforschung bleiben aber noch offene Fragen: Was bedeutet es genau, wenn man ein Wort "nach Silben" liest? Wie misst man, welche Buchstabengruppen ein Leser benutzt? Und kann man die Lesegeschwindigkeit tatsächlich verschnellern, indem man Kindern beibringt, auf größere Buchstabenguppen zu fokussieren?

English:

In order to read fluently, children need to be able to quickly generate a correct pronunciations, also for words which are unfamiliar to them. According to theories of reading acquisition, quick word identification is aided by segmenting words into larger letter clusters, instead of decoding words in a letter-by-letter fashion. Such larger letter clusters include syllables or morphemes (letter clusters which map onto meaning, for example "-est" as the superlative marker for adjectives in English). Such theories are reflected in teaching practices: for example, in German primary schools, textbooks often mark syllables with different colours to encourage by-syllable reading. In reading research, however, open questions remain, such as: What does it mean, exactly, to rely on larger letter clusters such as syllables? How do we measure reliance on different types of letter clusters? And can we really speed up reading by teaching children to focus on larger letter clusters?